Donnerstag, 30. Juni 2016

Jodi Picoult - Bis ans Ende der Geschichte


"Mein Vater wurde nicht müde, mir die Wünsche für seine eigene Beerdigungszeremonie zu schildern."


(c) C. Bertelsmann

559 Seiten - Verlag: C. Bertelsmann - ISBN: 3570102173 - Veröffentlichung: 31. August 2015 - Originaltitel: The Storyteller

Klappentext

Sade Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten, pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds schnell eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch dann offenbart Josef ihr ein lang vergrabenes, entsetzliches Geheimnis. Das stürzt Sage in einen großen Gewissenskonflikt.

Meine Meinung

Das Zitat der Booklist auf dem Buchrücken beschreibt das Buch sehr gut: 
"Ein eindringlicher, fesselnder, in manchen Passagen herzzereissender Roman, in dem Jodi Piccoult eine neue Sicht auf ein dunkles Kapitel der Geschichte eröffnet."
Genau wie "Beim Leben meiner Schwester" ist die Geschichte aus der Sicht mehrerer Personen geschrieben und spielt in verschiedenen Jahrzehnten. Dies mag ich an den Büchern von Jodi Picoult sehr gerne. Und genau wie "Beim Leben meiner Schwester" fühlt sich mein Herz manchmal so an, als würde es zerreissen. 
Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber meiner Meinung nach müsste besonders in der heutigen Zeit, jeder dieses Buch lesen. Jodi Picoult beschreibt Grausamkeiten, bei denen man nicht glauben kann, dass sie wirklich passiert sind und man hofft so sehr, dass es sich nie wieder wiederholt.
Auch wenn man noch so viele Bücher über die Zeit des Nazi-Regimes gelesen hat, lohnt sich dieses dennoch. Es ist anders als alle Bücher, die ich bisher im Bezug auf die Thematik gelesen habe. 
Auch wenn ich erst 50 Seiten gebraucht habe, um in die Geschichte reinzukommen, konnte ich es danach gar nicht mehr aus den Händen legen. Und wie es für Jodi Picoult typisch ist, gibt es am Ende auch noch eine Überraschung.

Fazit

Unbedingt lesen!




Verfasst von: Happydays_of_Milena

Besten Dank an C. Bertelsmann

Freitag, 24. Juni 2016

Richard Price - Cash

"Vier Sweatshirts in einem Pseudotaxi Ecke Clinton Street an der Abfahrt Williamsburg Bridge beim Abschöpfen der kleinen Fische."

(c) Fischer

512 Seiten - Verlag: Fischer - ISBN: 3596184479 - Veröffentlichung: Oktober 2011 - Originaltitel: Lush Life

Klappentext

Drei Junge Männer werden nachts in der Lower East Side von zwei dunkelhäutigen Jugendlichen überfallen. Einer der drei wird erschossen, die Täter fliehen. Der Hauptzeuge, Eric, verstrickt sich bei der Polizei immer tiefer in Widersprüche. 

Meine Meinung

Es gibt nur einen Grund, warum ich "Cash" gelesen habe. Und das ist nicht der Klappentext, denn die Story klingt, wie eine unter Hunderten. Der Grund ist Richard Price. Sein Buch "Die Unantastbaren" ist laut einiger Blogs, die ich lese und wertschätze, ein Wahnsinnsbuch. Leider habe ich es bisher immer noch nicht gelesen. Also dachte ich mir, dass Richard Price ein guter Autor sein muss. Besonders, da auf dem Buchrücken groß gedruckt steht: "im ersten Anlauf ein amerikanischer Klassiker".
Aber "Cash" ist vor allem eins: laaaang-aaaat-mig. Selten musste ich mich so durch ein Buch schleppen. Es ist weiß Gott nicht alles schlecht, aber der Großteil ist vor allem eins: einschläfernd. Spannung? Fehlanzeige. Überraschungen? Nee. Ich erwarte von einem hochgelobten Buch mehr Einfallsreichtum und Kreativität. Vielleicht habe ich mir wegen der tollen Kritik von wegen Klassiker zu viel von dem Buch erwartet. 
"Cash" ist sehr realistisch. Und das soll es auch sein. Ein bisschen wie "The Wire". Mir gefallen die Reaktionen der Akteure, besonders der Hauptfigur Eric Cash, der sich wahrscheinlich langweilig realistisch verhält. Aber das hilft auch nicht darüber hinweg, dass nicht viel passiert. Und am Ende geht doch alles ganz schnell. Zack. Ein Fingerschnippen. Wahrscheinlich wirklich wie im wahren Leben. Vielleicht ist das ja das Besondere an Klassikern.
Das Buch wird dafür gefeiert, dass es die Bewohner New Yorks so großartig reflektiert, mag sein, und zeigt, dass es hinter der glamourösen und imposanten Fassade der Weltmetropole gewaltig brökelt. Nun ja, wissen wir das nicht alle?? Und ich meine, nicht erst seit das Buch 2008 erschienen ist? Irgendwelche Neuigkeiten??

Nervig kommt noch hinzu, dass die deutsche Übersetzung ein Graus ist. So viele Redewendungen, mit denen ich mich erstmal genauer befassen musste und so viele Fragezeichen am Ende von Aussagen?? Die Fragezeichen hier sollten nur ein Witz sein. Aber im Buch nerven sie auf Dauer.

Fazit



Ich hoffe, dass "Cash" nur ein Ausrutscher des Autors war. Ich kann mich der Süddeutschen in ihrem Urteil in keinster Weise anschließen.

Samstag, 11. Juni 2016

Jürgen Schäfer - Der Krankheitsermittler

"Das Johannesevangelium beginnt mit dem Satz "Im Anfang war das Wort". Und in jedem Medizinlehrbuch sollte vorangestellt werden: "Am Anfang steht die korrekte Diagnose".

(c) Droemer

Verlag: Droemer-Knaur - 245 Seiten - ISBN: 9783426276440 - Veröffentlichung: 20. August 2015

Klappentext 

Für Patienten ist Professor Jürgen Schäfer oft die letzte Hoffnung. Viele kommen nach einer Odyssee durch Praxen und Kliniken todkrank zu ihm. Wie er und seine Kollegen mit den Methoden und Möglichkeiten der modernen Medizin sowie detektivem Spürsinn den Krankheiten auf die Spur kommen, das erzählt "Deutschlands Arzt des Jahres" am Beispiel dramatischer Fälle. 

Meine Meinung

Auch wenn ich hier eigentlich keine RTL-Zitate wiedergeben möchte, ist es sehr treffend:

"Professor Jürgen Schäfer ist der deutsche Dr. House"

Ob es dieses Zitat auch geben würde, wenn Dr. House nicht immer auf RTL ausgestrahlt worden wäre, sei hier mal unberücksichtigt.

Samstag, 4. Juni 2016

Chris Carter - Die stille Bestie

"Morgen Sheriff!"

(c) Ullstein

Verlag: Ullstein - 448 Seiten - ISBN: 354287123 - Veröffentlichung: 11. September 2015 - Originaltitel: An evil Mind - 6. Teil der "Hunter-Garcia" - Reihe

Klappentext

Profiler Robert Hunter vertraut nur wenigen Menschen. Eigentlich gibt es nur einen, für den er immer seine Hand ins Feuer legt. Lucien Folter, seinen Freund aus Studientagen. Beide können Menschen besser lesen als jeder andere. Hunter vertraute Folter seine engsten Geheimnisse an. Bis dieser plötzlich verschwand. Jetzt kommt ein Anruf. Die Körperteile unzähliger Mordopfer sind aufgetaucht, grausige Trophäen. Angeklagt ist Lucien Folter. Und er will nur mit einem reden: Robert Hunter...

Meine Meinung

Chris Carter gehen seine verrückten und abgedrehten Ideen einfach nicht aus. 
Im mittlerweile sechsten Teil der Reihe um die Detectives Hunter und Garcia ist das genauso und dennoch ist etwas anders: Hunter ermittelt ohne Garcia, denn dieser ist bereits im Urlaub.

Samstag, 14. Mai 2016

Michael Koryta - Die mir den Tod wünschen

"Am letzten Tag des Lebens von Jace Wilson stand der Dreizehnjährige am Rand eines Steinbruchs, den Blick auf das kalte, ruhige Wasser gerichtet, und verstand endlich, was ihm seine Mutter vor ein paar Jahren einmal gesagt hatte: Du kannst Schwierigkeiten bekommen, wenn du Furcht zeigst; noch größere Schwierigkeiten bekommst du aber, wenn du Angst leugnest."

(c) Heyne

Verlag: Heyne - 478 Seiten - ISBN: 3453438442 - Veröffentlichung: 11. April 2016 - Originaltitel: Those who wish me dead

Klappentext

Du tauchst aus der Tiefe des Wassers auf. Über dir braut sich ein Gewitter zusammen, unter dir schwimmt eine Leiche, die du gerade entdeckt hast. In Panik gelangst du an das Ufer des abgelegenen Steinbruchs. Es wird dunkel, du zitterst am ganzen Leib. Ein Auto nähert sich, drei Männer steigen aus. Deine Rettung... Doch dann siehst du, wie die Fremden dem dritten die Kehle durchschneiden... und sich umdrehen... dorthin, wo du gerade kauerst.

Meine Meinung

Wenn Donald Ray Pollock einen Autor "beänstigend talentiert" nennt und neben seinem Urteil auch noch Stephen King und Lee Child auf dem Buchrücken zitiert werden, dann kann das nur bedeuten, dass man hier gerade ein mehr als lesenswertes Buch in der Hand hält. Und wenn dann auch noch auf diversen anderen Kanälen über das Buch gesprochen, es immer höher angeprießen und der Inhalt auch noch vielversprechend klingt, dann kann es nur noch bedeuten, dass das Buch sich bald auch in meinen Händen wiederfindet.

Wir, als Leser, wissen im Prinzip von der ersten Szene an, was uns erwartet: eine Jagd nach dem kleinen Jace. Zusätlich baut Koryta noch geschickt weitere Erzählstränge ein, sonst wäre das Buch auch bei weitem nicht so gut und wahrscheinlich auch ziemlich langweilig.
Hin und wieder zieht sich das Buch zwar etwas, aber wenn sich eine etwas längere Sequenz einstellt, könnt ihr sicher sein, dass das Buch euch kurz danach kalt erwischt und es euch richtig umhaut. So erging es mir und das mehr als nur einmal.
Eine besondere Rolle neben den soliden Figuren spielen für mich die beiden "Jäger", die Blackwell Brüder - Psychopathen vor dem Herrn. Aber natürlich sind die beiden darüber hinaus auch ziemlich clever und vor allem besonnen und bahnen sich unbarmherzig und erfrischend resolut ihren Weg. Jede Szene mit den beiden schlau daherredenden Brüdern, die stets so tun, als wären sie alleine auf der Welt, ist mir eine Freude.
So kommt es wie es kommen muss und ich finde mich in einem dramatischen Showdown in den Bergen Montanas wieder und bin trotz einiger Vorhersehbarkeiten kein bisschen enttäuscht vom Ende. 

Fazit

Koryta, von dem ich zugegebenermaßen noch nie etwas gehört habe, schafft mit "Die mir den Tod wünschen" einen guten Thriller mit einigen mehr als überraschenden Wendungen und ist durchweg spannend. Die beiden Psychopathen, die Jace den Tod wünschen, sind hervorragend.



Besten Dank an Heyne
Danke an DRadio Wissen für den guten Tipp