Donnerstag, 5. Dezember 2013

Ghostman  

"Hector Moreno und Jerome Ribbons saßen in Ihrem Wagen im Erdgeschoss der Parkgarage des Atlantic Regency Hotel Casinos und zogen sich mit einem zusammengerollten Fünfer, einem Feuerzeug und einem zerknautschten Stück Alufolie ihr Crystal Meth rein."
 

Verlag: Goldmann - 381 Seiten -  ISBN: 3442313376 - Veröffentlichung: 22. März 2013 - Originaltitel: The Ghostman

Klappentext

Sich unsichtbar zu machen, ist sein tägliches Geschäft.
Beweise und Spuren verschwinden zu lassen, damit kennt er sich gut aus.
Diesmal geht es um einen misslungenen Überfall auf ein Kasino. Er soll aufräumen, die Spuren beseitigen.
Eine Million Dollar in bar stehen auf dem Spiel - 48 Stunden hat er Zeit.
Und da draußen gibt es jemanden, der es auf seinen Kopf abgesehen hat. Aber auch der wird ihn zuerst einmal finden müssen.
Sie nennen ihn schließlich nicht umsonst "Ghostman".

Meine Meinung

Meine Ansprüche an das Buch waren nicht sonderlich hoch. Das liegt besonders am Titel. Ist vielleicht ein bisschen oberflächlig, weil er einfach schlecht übersetzt sein könnte. Aber, wie ihr oben seht, ist das hier nicht der Fall. Gut, "Kings of Cool" von Don Winslow ist auch kein vor Zurückhaltung triefender Titel, aber hey, es ist Don Winslow.
Also zum Buch: wer gerne stereotype Charaktere trifft, ist hier genau richtig. Das unterhält und man weiß, was man kriegt. 
Wir haben die bösen Glatzköpfe, die zugedröhnten Bankräuber, die genialen Gentlemen-Bankräuber, die smarten FBI-Leute und die erbarmungslosen Bosse. Kennt man alles schon.
Was man allerdings nicht kennt, sind zum Einen, das unglaublich detaillierte Hintergrundwissen Hobbs' beispielsweise zu den Themen "Bankraub for Dummies", "Wie foltere ich richtig?" um nur einige Beispiele zu nennen. Zum Anderen kennt wahrscheinich auch niemand die Kreativität, mit der Hobbs zu Werke geht. Es ist schließlich sein erster Roman (von Drehbüchern abgesehen).
Hier werden die Leute nicht einfach hingerichtet oder gefoltert, hier ist alles, zumindest auf diesem Gebiet, etwas "besonderer", aber nicht minder brutal und grausam. Googlet einfach mal die Wirkung einer hohen (wahrscheinlich sehr hohen) Dosis Muskat. Prost! 
Das Buch spielt in zwei Erzählsträngen, die passend verknüpft werden. Mir gefällt in diesem Zusammenhang besonders der Strang, der sich in der Vergangenheit abspielt, aber wesentlich kürzer ist.
Damit enden auch leider schon die positiven Aspekte.
Ich möchte das Buch nicht völlig schlecht machen, aber Negatives bleibt ja meist in Erinnerung.
Zu Beginn, und dann immer seltener, nutzt Hobbs eine Art Countdown. Das vemittelt mir den Eindruck, dass der Ghostman wenig Zeit hat und diese umso schneller verrinnt. Tja, der Schein trügt. Denn der Ghostman hetzt sich nicht. Der Ghostman ist viel zu cool, routiniert und gelangweilt, als dass er sich hetzen müsste. Der Countdown ist nutzlos. Es kommt zu keiner Zeit Spannung auf. Warum? Weil der Ghostman auch ein Superhero-Buddy von Spiderman oder Batman sein könnte. Er ist zu perfekt. War er zwar nicht immer. Jetzt ist er es aber. Er ist eine Koryphäe. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass eh nichts schief gehen kann. 
Was mich aber dann doch überrascht hat, war das Ende. Ich möchte jetzt nicht spoilern......... Auf der einen Seite ist es passend. Es ist clever, realistisch und nachvollziehbar. Auf der anderen Seite hat mich der Gedanke "das war doch jetzt noch nicht alles?!" lange begleitet. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr passt es. Sehr abgeklärt. Typisch Ghostman.

Fazit

Trotz dieses Gemeckers hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen. Besonders das Hintergrundwissen ist beeindruckend und lässt mich auf interessante und wahrscheinlich auch innovative Folgebücher hoffen. Die kreativen Ansätze sind hier auf jeden Fall vorhanden.
Allerdings nicht über die ganzen 360 Seiten.





Tipp an Roger Hobbs: Bei dem enormen Handyverschleiss während der Geschichte wäre Product Placement eine gute Möglichkeit mehr Geld zu verdienen.. Statt "ich zerknickte das Handy" oder "ich schmiss das Mobiltelefon aus dem Fenster" ein bisschen mehr "Tschüss HTC One", "Machs gut Iphone"..

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