Sonntag, 24. April 2016

Don Winslow - A long walk up the water slide

"Hätte er bloß den Kaffee nicht gerochen."

Verlag: Suhrkamp - 302 Seiten - ISBN: 351846583X - Veröffentlichung: 11. April 2016 - Originaltitel: A Long Walk Up the Water Slide - 4. Teil der "Neal Carey" - Reihe

Klappentext

Die ziemlich exzentrische und etwas derbe Polly Paget soll vor Gericht gegen ihren Boss aussagen, einen landesweit bekannten und beliebten Fernsehmoderator. Damit das nicht danebengeht, muss Neal Carey aus ihr innerhalb weniger Tage eine echte Lady machen. Während sie Neal auf die Palme treibt, versuchen ein ehemaliger FBI-Agent, ein verhaltensgestörter Killer und die Mafia, Polly unter die Erde zu bringen.

Meine Meinung

Das Buch schließt sich handlungstechnisch direkt an den dritten Teil an. Abgesehen davon, dass ein bisschen Zeit vergangen ist. Aber ansonsten eine richtige Fortsetzung, nicht nur mit ein oder zwei Personen, die wir schon kennen. Es macht aus diesem Grunde auf jeden Fall Sinn, die anderen Teile zu lesen. Auch wenn das bei "China Girl" nicht so viel Spaß macht.
Neal lebt also weiterhin in Nevada und ist mehr oder weniger sesshaft geworden, da kommt der neue Auftrag, eine etwas exzentrische, und mittlerweile C-Prominente (immerhin hat sie für "Pollygate" gesorgt) gesellschaftsfähig  zu machen.
Das ist zunächst ganz unterhaltsam und ist eine Persiflage an "My fair Lady" - sogar dieser Zungenbrecher "Es grünt so grün" findet seinen Platz. Auch die berühmte Reaktion des Lehrers darauf..
Auch bemerkenswert ist der Auftritt von Walter Withers. Denn, aufgepasst: Walter Withers ist die Hauptfigur in dem Roman "Manhattan" von Don Winslow himself. Und wer jetzt denkt, "ah, cool, da hat Don Winslow den einfach nochmal in ein Buch gepackt" der irrt, denn: "A walk up the water slide" ist bereits 1994 erschienen (die gesamte Reihe wurde ja bekannterweise neu aufgelegt) und "Manhattan" erschien erst 1996. Also hat der gute Walter einfach nochmal eine Art eigenen Roman bekommen. So, genug Klugscheißerei, zurück zum Buch:
Also diese Lehrer-Schüler-Beziehung klingt zunächst ganz unterhaltsam, ist sie auf Dauer aber nicht. Ich fand das Buch leider eher langweilig. Warum? Es passiert zu wenig. Eigentlich passiert eine ganze Menge, aber alles ist so vorhersehbar und der Plot kommt nicht in die Gänge. Das Buch packt mich einfach nicht. 
Die Dialoge sind wie immer sehr gelungen und knackig, aber es hakt zu sehr. Der verhaltensgestörte Killer ist eine einzige Enttäuschung und was in Wirklichkeit hinter dem Glamour von Hollywood zu stecken scheint, weiß auch jeder. Vielleicht war das 1994 noch nicht der Fall und ein Stürck weit bahnbrechender, aber mich konnte das Buch nicht begeistern. Schade.

Fazit

Wie ein Freistoß von Christiano Ronaldo, den er dann mit Ansage in die Mauer schießt: Zu viel Lärm um nichts - und das bei nur knapp 300 Seiten. 
Ich freue mich trotzdem auf den fünften Teil "Palm Desert", der am 13. Juni erscheint.




    

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