Sonntag, 15. März 2015

Killing Lessons - Saul Black

"Im gleichen Augenblick, in dem Rowena Cooper aus ihrer warmen, von Keksduft erfüllten Küche trat und die beiden Männer bei der Hintertür im Hausflur stehen sah, während der schmelzende Schnee von den Rändern ihrer Stiefel troff, wusste sie genau, was dies war: ganz allein ihre Schuld."


Verlag: Knaur - 503 Seiten - ISBN: 3426516101 - Veröffentlichung: 2. März 2015 - Originaltitel: Killing Lessons

Klappentext

Bestialische Morde. Scheinbar willkürlich. Ein psychopatischer Killer und sein brutaler Helfer terrorisieren den Westen der USA. Als sie in den verschneiten Bergen Colorados erneut zuschlagen, kann ihnen mit knapper Not ein zehnjähriges Mädchen entrinnen. Schwer verletzt findet sie Zuflucht in einer einsamen Hütte im Wald.
Für Detective Valerie Hart vom San Francisco Police Department gibt es nur eine Chance: Sie muss die Handschrift des Killers lesen lernen - und schneller sein als er.

Meine Meinung

Saul Black verschwendet keine Zeit: es geht direkt zu Beginn der Geschichte zur Sache, was mir außerordentlich gefällt. Und nicht, wie so oft, in einem Epilog, sondern direkt in der gegenwärtigen Handlung.
So, das war grundsätzlich auch leider schon alles, was mir an dem Buch gefallen hat.

Das Buch lässt vieles vermissen, was mir an Thrillern so gefällt. Es kommt äußerst selten zu fesselnden Szenen, die dafür sorgen, dass man beim Lesen die Zeit vergisst, automatisch die Seiten umblättert und sich total in einem Buch verliert. Spannung? Kaum, viel zu selten. Und wenn dann erst ab der zweiten Hälfte des Buchs, und nur für kurze Sequenzen, nicht lange genug. Nach dem rasanten Start habe ich gehofft, dass das Buch bis zum bitteren Ende Gas gibt, und wurde bitter enttäuscht. Was mir an dem Buch am meisten gefehlt hat, ist die Seele. Ich hatte während des Lesens sehr oft das Gefühl, dass sich der Autor dachte "Hm, mal sehen, heute schreibe ich einen Thriller. Was braucht man denn da für gewöhnlich? Einen oder mehrere möglichst verrückte Killer, eine lange, mysteriöse Mordserie, bestialische Morde und eine Ermittlerin, die privat Stress hat und dem Alkohol frönt." Check.
Die Länge von knapp 500 Seiten hat mich wirklich frustriert, auch wenn das Buch schnell und einfach zu lesen ist, aber es hat Kraft gekostet, mich aufzuraffen und weiterzulesen. Abgesehen von fehlender Spannung und Seele ist hier wahrscheinlich auch der Schreibstil nicht irrelevant. Der Schreibstil hat mir absolut nicht gefallen. Ich könnte jetzt noch nicht mal ein Beispiel geben, warum das so ist, aber unterhaltsam ist der Schreibstil weiß Gott nicht. Vielleicht hätte er die Vorhersehbarkeit und Langeweile hiermit etwas retten können.

Fazit

Die Geschichte ist grundsätzlich gar nicht so schlecht, die Zutaten für einen guten Thriller hat Black im Gepäck. Aber die Umsetzung und das Gesamtpaket lassen arg zu wünschen übrig. Schade.



Besten Dank an Droemer-Knaur.

"Saul Black" ist ein Synonym des Schriftstellers Glen Duncan.

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