Samstag, 12. April 2014

Manhattan  

"Walter Withers war bei der CIA nicht unglücklich. Ihm fehlte einfach nur New York."

Verlag: Suhrkamp - 402 Seiten - ISBN: 351846440X - Veröffentlichung: 17. Juni 2013 - Originaltitel: Isle of Joy

Klappentext

Weihnachten 1958: Die künftige First Lady und ihr Mann halten Hof in Big Apple, beglücken die Presse und beleben die Partylandschaft. Für ihre Sicherheit ist Ex-CIA-Mann Walter Withers verantwortlich, der sich bald im Zentrum einer tödlichen Verschwörung wiederfindet...



Meine Meinung

"Manhattan" zu lesen hat mir viel Freude bereitet. Wer hier einen typischen Don Winslow erwartet muss sich allerdings mit etwas gänzlich anderem zufrieden geben, denn das Buch erschien bereits 1996. Und das merkt man. Besonders sprachlich bzw. stilistisch. Geflucht wird fast gar nicht.. und das passt auch zum Umfeld der Geschichte. Alles ist sehr geschmackvoll, anmutig oder aber bohème, so wie es im New York bzw. Manhattan im Jahre 1958 wohl gewesen sein muss.  Jedenfalls hege ich keinerlei Zweifel daran, dass es nicht so gewesen ist, wie Don Winslow es hier skizziert.
Der Beginn des Buches, das lediglich in einer Woche spielt, hat mir richtig gut gefallen und hat mich in eine sehr entspannte Stimmung versetzt. So sicher. Relaxt, smooth, New York zur Glanzzeit des Jazz. Ich hatte während ich das Buch las, aber vielleicht lag es auch daran, dass ich mich währenddessen in Schottland aufgehalten habe, das Bedürfnis Whiskey zu trinken, genau wie die Hauptfigur (und ich bin eigentlich gar kein Whiskeyfreund). 
Also Whiskey, Jazz, Bar-Atmosphäre, gedämpftes Licht, und ein lässiges Buch. Vielleicht noch eine Zigarre? Was will Man(n) mehr?
Aber so ruhig bleibt es selbstverständlich nicht. Handlung, Tempo und Spannung, steigern sich kontinuierlich - ein typischer Spionageroman. Als Leser weiß man zu keinem Zeitpunkt, wem Walter trauen kann und hinter wem ein Doppelagent steckt. Überraschungen sind also garantiert. 
Besonders das Ende zeigt, wie gewieft Walter ist und wie einfallsreich Don Winslow gleichermaßen ist. 
Die Figuren in "Manhattan" überzeugen ebenfalls. Allen voran natürlich Walter Withers, der äußerst kultivierte, frühere Spion, größte Lude von Schweden und tödlichster Anwerber, der hier im Mittelpunkt steht. Er findet scheinbar immer eine Lösung. Immer bemerkenswert kreativ und immer mit Klasse.
Aber auch seine "Nebendarsteller" überzeugen. Und von denen gibt es einige, beispielsweise Senator mit Gattin (hallo Kennedys?), eine verführerische Blondine (hallo Marylin?), das FBI (Hoover tritt allerdings nicht in Erscheinung. Dafür die vielen Etablissements?), die Mafia, hilfreiche und nicht so hilfreiche Kollegen, eine Geliebte und der good Cop.

Fazit

Ich hoffe aus meiner Meinung geht hervor, was ich von dem Buch halte:
5 Eselsohren! Aber nicht, weil es von Don Winslow ist. Mit dem Don Winslow, den ich literarisch kennengelernt habe, hat das Buch mal gar nichts gemein, sondern, weil ich gerne weitergelesen hätte, als das Buch zu Ende war.


Wer "Manhattan" mag, dem gefällt auch Honig von Ian McEwan

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