Mittwoch, 2. April 2014

Du darfst nicht lieben  

"Er stöhnte und krallte seine Finger in ihre Haare, sie drückte mit den Lippen fester zu."

Verlag: rororo - 472 Seiten - ISBN: 3499255847 - Veröffentlichung: 01.04.2014 - Originaltitel: Say goodbye - 6. Teil der FBI-Profiler Serie

 Klappentext

Wo sind all die Mädchen geblieben..? FBI-Agentin Kimberly Quincy ist im fünften Monat schwanger. Eigentlich müsste sie
sich schonen, doch das liegt Kimberly gar nicht. Da erreicht sie der Hilferuf einer jungen Frau, Delilah. Überall in Boston
verschwinden Prostituierte. Zuletzt Delilahs Freundin Ginny.
Verdächtig ist ein Freier, die Frauen nennen ihn den "Spinnenmann". Die Ermittlungen führen in eine Sackgasse: es scheint, 
als habe der Täter den Schlüssel zum perfekten Mord gefunden. Keine Leichen, keine Beweise!
Doch Kimberly weigert sich aufzugeben. Währenddessen spinnt jemand sein tödliches Netz. Und wartet...


Meine Meinung

Ich habe es wieder einmal geschafft. Ich habe ein Buch aus einer Reihe gelesen, das nicht das Erste war, sondern das 6. und Neuste.
Zum Glück scheint es bei "Du darfst nicht lieben" aber kein Problem zu sein. Das heißt, dass mit einigen Nebensätzen, schnell 
nachzuvollziehen ist, was in der Vergangenheit der Hauptfigur, FBI Agentin Kimberly Quincy, geschehen ist.
Die Idee von Autorin Lisa Gardner ist hier sehr lobenswert und für mich jedenfalls auch ungewöhnlich: es handelt
sich um den 6. Teil einer Reihe, die damit beginnt, dass im zweiten und folgenden Teilen Kimberlys Vater im Mittelpunkt steht. In den späteren Teilen wird Kimberly dann in die Gechichte eingeführt und beginnt irgendwann beim
FBI, während der Vater in den Ruhestand geht. Der Staffelstab wird sozusagen übergeben und Kimberly wird zur Hauptfigur.
So reime ich es mir zumindest zusammen, denn, wie gesagt, die Vorgängerteile habe ich nicht gelesen. Noch nicht.

Genug vom Rahmen, jetzt zu "Du darfst nicht lieben". "Du darfst nicht lieben" - was für ein unvorteilhafter Titel..
Ich finde den Titel viel zu reißerisch. Wäre mein Blick nicht sofort auch auf den Klappentext gefallen, hätte mich das 
Buch wohl nicht interessiert. Mit dem Inhalt hat der Titel zwar zu tun, aber mit dem Originaltitel "Say goodbye" weniger.
Es soll aber ja nicht um Titel gehen, sondern um den Inhalt. Und der ist ausgesprochen gelungen.
Ich habe lange keinen Thriller mehr gelesen, der mich nachhaltig so schockiert hat. Was der Klappentext erzählt, ist allerdings nur die
halbe Geschichte, die andere ist weitaus mitreißender und bewegender. 
Der Klappentext erzählt die Geschichte von einem Mann namens Dinchara. Liest man seinen Namen rückwärts, kommt dabei das Wort
Arachnid raus, mehr oder weniger zumindest. Arachnid heißt so viel wie Spinne. Der Herr hat also einiges für Spinnen übrig 
und so erfährt man im Verlaufe des Buchs auch einige interessante Dinge über Spinnen. Sowohl aus der Geschichte heraus,
als auch zum Beginn von fast jedem Kapitel. Wirklich informativ, hierzu später mehr.
Es gibt aber auch noch eine andere Geschichte, die natürlich irgendwie mit Dinchara "zusammenstößt". Sie ist der Albtraum aller Eltern. Es geht um Entführung mit allen erdenklichen und auch nicht erdenklichen Folgen für die entführten Kinder.
Die Art und Weise, wie Lisa Gardner diese Schicksale beschreibt ist hart, ekelerregend, aber sicherlich näher an der Realität,
als uns lieb sein kann.
Der "Geschichtsfluss" ist trotz vieler Erzählstränge schnell und pausenlos und es kommt nie ein Hauch von 
Langeweile auf. Bis zum dramatischen und passenden Ende nicht.
Hin und wieder habe ich mich über das unverständliche Handeln einiger zentralen Personen geärgert, sowie über das Verhalten der 
Polizei bzw. über die Unterstützung einer im 5. Monat schwangeren Agentin.

Fazit

Ich war drauf und dran dem Buch 5 Eselsohren zu geben. Wegen der störenden und teilweise nervigen o.g. Punkte sind es dann doch "nur" 4 geworden. 
Das Buch ist ein richtiger Schocker und Pageturner, der mir Einiges abverlangt hat.
Unbedingt lesen!





Die bemerkenswertesten Spinnen aus dem Buch:

Lisa Gardner kam auf die Idee mit den Spinnen, weil ihre Tochter sich zu der Zeit besonders für Spinnen interessierte. 
Ich finde es bemerkennswert, dass sie im Nachwort schreibt, dass "Du darfst nicht lieben" das schrecklichste Buch sei, dass sie je geschrieben hat und es ihr teilweise schwer fiel weiterzuschreiben. Wieso kannte ich die Autorin noch nicht??


Wer "Du darfst nicht lieben" mag, dem gefällt auch "Die Behandlung" von Mo Hayder

Meinen besten Dank an rororo!

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