Mittwoch, 16. Juli 2014

Noah  

"Zur Geburt Jesu Christi lebten 300 Millionen Menschen auf unserem Planeten. Heute sind es 7 Milliarden."

Verlag: Lübbe - 548 Seiten - ISBN: 3785724829 - Veröffentlichung: 20. Dezember 2013 - Originaltitel: Projekt Noah

Klappentext

Sie wissen nicht, wer Sie sind.
Sie wissen nicht, was Sie in der Stadt wollen, in der Sie sich befinden.
Sie wissen nicht, warum Sie auf der Straße leben.
Sie wissen nicht, warum in Ihrer Schulter eine frische Schusswunde verheilt.
Sie wissen nur: Jemand wollte Sie töten.
Und Sie wissen auch: Er wird es wieder versuchen. Weil Sie ein Geheimnis in sich tragen, von dem das Schicksal der gesamten Welt abhängt. Werden Sie sich erinnern, bevor es zu spät ist?

Meine Meinung

Sebastian Fitzek hat es geschafft, die großen, weltbewegenden Themen unserer Zeit in ein Buch zu pressen.
Damit meine ich die globale Überwachung und Ausspähung mit all den sich mitbringenden Verschwörungstheorien soweit die Fantasie reicht und der Paranoia, die daraus resultiert; Geheimdienste (mit Spionen und Auftragsmorden), fanatischen Untergrundorganisationen oder eben auch "Übergrund"-Organisationen.
Das alles alleine sorgt schon nicht dafür, dass man sich in den Zeiten von NSA und Whitleblowern besser fühlt. Es geht außerdem um Völkermord, Pandemien, die Ausbeutung der dritten Welt, Menschenhandel, den immer größer werdenden Spread zwischen Arm und Reich. Und es geht vor allem um den Schutz der Umwelt und eine immer wachsende Überbevölkerung. 
Passenderweise heißt die Geschichte auch noch "Noah". Aber sie hat auf den ersten Blick nicht viel mit der biblischen Gestalt gemein. So viel verrate ich auch: es wird kein Schiff gebaut..
Nichtsdestotrotz klingen diese vielen Themen nach großen Ambitionen, wenn man bedenkt, dass Fitzek all diese auf mickrige 548 Seiten packt. Wobei 548 Seiten für Fitzek schon eine ganze Menge sind.
Als Leser war ich zu Beginn komplett ahnungslos, was auf mich zukommt. Genau wie Noah. Ein bisschen wie Jason Bourne. Welche Komplexität und welche Themen auf mich zukommen.. unglaublich. Das ist ja aus dem Klappentext alleine auch nicht absehbar. 
Aber Stück für Stück setzt sich alles, wie das oftmals beschriebene Puzzle, zusammen. Ganz klassisch. Sowohl Noahs Vergangenheit, als auch das, was auf der ganzen Welt vor sich geht. Ebenso klassisch fügen sich auch fast alle verschiedenen Erzählstränge zusammen, ohne das allzu viel Verwirrung entsteht. Sebastian Fitzek versteht sein Handwerk. Trotzdem werden einige gängige Klischees bedient, aber das stört nicht groß.
Das Buch braucht eine Weile, aber je weiter ich kam, desto weniger wollte ich es aus der Hand legen.
Hin und wieder haben mich der erhobene Zeigefinger und die Wiederholungen von einigen Fakten zwar gestört, aber alles in allem ist es ein  gelungenes Buch, das vor allem zum Nachdenken anregt. Wir kennen die uns hier präsentierten Fakten, aber wir ignorieren sie.

Fazit

Wer hier einen klassischen Thriller, bei dem man von Anfang an eine Seite nach der anderen verschlingt erwartet, der ist bei "Noah" falsch. Dafür ist das Buch zu komplex bzw. holt sehr weit aus.
Ihr solltet auf jeden Fall das äußerst interessante Nachwort lesen.


Wem "Noah" gefällt, der mag auch "Der Schwarm" von Frank Schätzing, eins meiner absoluten Lieblingsbüchern, aber auch doppelt so dick.




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