Samstag, 17. Januar 2015

Malavita  

"Im Schutz der Dunkelheit nahmen Sie das Haus in Besitz."

Verlag: carl's books - 303 Seiten - ISBN: 357058528X - Veröffentlichung: 14. Oktober 2013 - Originaltitel: Malavita

Klappentext:

Die amerikanische Familie Blake siedelt sich in einem beschaulichen Städtchen in der Normandie an. Auf den ersten Blick wirken Fred, Maggie und ihre beiden Kinder harmlos, freundlich und hilfsbereit. Eine ganz normale Familie also?
Nein, denn hinter Fred verbirgt sich in Wahrheit einer der ganz großen Mafia-Bosse von New York, der im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in die Normandie umgesiedelt wurde. Doch weil es nicht wirklich seine Sache ist, sich unauffällig zu verhalten, fliegt die Tarnung bald auf...

Meine Meinung

Es gibt ein Thema, dass mich seit meiner frühsten Jugend sehr interessiert: die ehrenwerte Gesellschaft. Die Mafia. Oder ganz allgemein das 
organisierte Verbrechen. Nicht die Tatsache, dass das organisierte Verbrechen seit jeher im verborgenen agiert oder die Tatsache, dass sich
daran nie etwas ändern wird, finde ich bemerkenswert, sondern viel mehr, was für Menschen sich in dieser Halbwelt bewegen.

Irgendwie kommt es mir so vor, als würde jeder in meinem Bekanntenkreis mindestens eine Person kennen, die jemanden kennt, der ein paar Sachen
günstiger bekommt, weil sie irgendwo vom Laster gefallen sind. Was sind das für Typen?? Sind das auf absurdeweise kreative, charismatische 
Genies, die ihre gesamte Energie in illegale Aktivitäten lenken, weil sie einfach keine Möglichkeit hatten, in der legalen Gesellschaft  erfolgreich zu sein (meine Fresse, klingt das nach Hollywood Antihelden)?? Oder sind es in Wirklichkeit einfach manipulative, asoziale Soziopathen?? Was oder wie auch immer diese Gesellschaft ist, mich begeistern Filme (vor allem von Martin Scorsese), Zeitschriften, Bücher und auch diese spätabendlichen N24 und N-TV  Dokumentationen. Umso mehr habe ich mich also auch auf "Malavita" gefreut. Eine selbsternannte Mafiakomödie. Mal was anderes.

Das Buch ist ganz witzig. Da hört man leider schon raus, dass es mich nicht vollends begeistern konnte. Ganz witzig ist das Äquivalent zu ganz gut. Mehr nicht. 
Es gibt hier und da Stellen, die sind wirklich gelungen. Da kommt das Grinsen über die absurden Szenen ganz von alleine. Die Familie und die FBI-Agenten vom Zeugenschutz sind auch durchweg sympatisch. Da gibt es "Fred", den Vater. Völlig von verborgener Enttäuschung von sich selbst und Selbsthass zerfressen, dass er, bis er eine alte Schreibmaschine findet, ein Leben als bademanteltragender Zombie führt. Seine Frau "Maggie", die das Beste aus der Situation macht, ihren Mann nichtsdestotrotz nach all den Jahren Exil verachtet und dabei selber nicht unbedingt gesetzestreu handelt.
Die Kinder Belle und Warren. Bei Belle ist der Name Programm und er passt perfekt zum Exil in Frankreich. Warren ist meine Lieblingsfigur.
Er manipuliert und eifert seinem Vater nach. Aber das bereits mit seinen jungen Jahren. Zum Brüllen!!
Wie gesagt, es gibt einige wirklich gelungene, absurde Szenen und dazu einen gewissen vor Vorurteilen triefenden Fremdenhass gegenüber den Amerikanern, die das Buch zu einer Komödie machen. 
ABER: Das Buch erinnert mich mehr an aneinandergereihte Sequenzen, als an ein großes Ganzes, als an ein Buch. Und irgendwann kommt es, und hier zieht Benacquista eine tolle Verstrickung von Zufällen aus dem Hut, zum großen Showdown. Einfach so. Und dann ist Schluss.

Fazit

Der Weg für eine etwas andere Mafiageschichte war geebnet und eine gute Ausgangslage geschaffen. Das wars leider auch. Einige witzige Szenen reichen leider nicht aus, um als komplettes Buch zu begeistern.







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