Freitag, 17. Juli 2015

Adrian McKinty - Die verlorenen Schwestern

"Am Mittwoch, den 25. September 1985, um 16 Uhr 27 schlug der Pieper an."

Verlag: Suhrkamp - 378 Seiten - ISBN: 3518465953 - Veröffentlichung: 7. März 2015 - Originaltitel: In the Morning I'll be gone - 3. Teil der "Sean-Duffy"-Reihe

Klappentext

Belfast in den frühen Achtzigern. 38 IRA-Terroristen brechen aus einem Hochsicherheitstrakt aus - höchste Alarmbereitschaft für die Polizei. Mittendrin Inspector Sergeant Sean Duffy, der den Kopf der Terrorzelle aufspüren soll. Zwar hat er eine Informantin, doch im Gegenzug für Ihren Tipp muss er ein vertracktes Rätsel lösen: In einem "Mordfall ohne Mörder" soll Duffy ihr den Täter liefern...

Meine Meinung

Es scheint von Anfang an, als ständen die Zeichen für Sean Duffy auf Abschied. Der Originaltitel des Buchs "In the Morning I'll be gone" passt perfekt, entsprechend auch das beliebte Zitat vor der eigentlichen Story: ein paar Zeilen aus eben diesem Lied von Tom Waits.

Das alles sorgt für ein bisschen subtile Melancholie und eine düsterere Stimmung, neben dem gewohnten unschlagbaren Schreibstil mit jeder Menge Witz. Irland ist, zumindest zu diesem Zeitpunkt, einer der Orte auf der Welt, an dem man auf keinen Fall sein möchte.


"Neujahr, 1984. Doch kein Großer Bruder beobachtet uns. Niemand kümmert sich einen Dreck. Irland war eine Insel, die irgendwo im Atlantik trieb und von der sich alle vernünftigen Menschen wünschten, sie würde noch weiter davondriften, weg von ihren Küsten und raus aus ihren Köpfen..."

Aber es soll natürlich nicht nur um Irland und die gewohnt schlechten äußeren Umstände gehen, zu denen 38 geflohene Terroristen sicherlich beitragen können, sondern es gilt für Duffy zunächst, ein Rätsel zu lösen, bevor er sich um seinen offiziellen Auftrag kümmern kann. Das ist cool. Duffy muss erst einen vermeidlichen Mord aufklären. Dabei scheint es, als sei der Mörder eine Art Zauberer. Wie Houdini. Und das ist genau mein Ding. Während der Geschichte habe ich mir nicht nur unzählige Motive für einen Mord zusammengereimt und Verdächtige unter die Lupe genommen, sondern ich habe mir den Kopf darüber zerbrochen, wie eine Tat überhaupt hätte durchgeführt werden können. 
Die Jagd nach dem Terroristen kommt genauer betrachtet eigentlich relativ kurz, aber das fällt kaum auf und ist nicht schlimm, weil irgendwie doch alles miteinander verknüpft und der Unterhaltungsfaktor sehr hoch ist. 

McKinty verbindet mit seinem coolen Schreibstil erneut eine kreative Story mit diversen Verweisen auf die Popkultur und dem ein oder anderen Musiktipp. Spannung und Lesefieber kommen, wie gewohnt, natürlich auch nicht zu kurz.

Und, wer ist eigentlich dieser "Michael Forsythe"?? Ist das Zufall, Mr. McKinty?? 

Fazit

Mehr davon!!



   

Ich habe es schon wieder nicht auf die Reihe bekommen, mir während der Lektüre endlich einen Wodka-Gimlet zu mixen. Dafür bin ich dieses Mal durch Nordirland gereist :-)



"...Also stieg ich wieder ein und schob eine Cassette in den Recorder, Robert Plant "The Principle of Moments". Ich hörte mir Plants Soloalbum zum vierten Mal an, und noch immer brachte ich es nicht über mich, es zu mögen. Nur Synthesizer, Drum Machine und hohe Stimmen. Aber so waren die Zeichen der Zeit, und nun, da der Herbst angebrochen war, konnte man mit ziemlicher Sicherheit festhalten, dass 1983 wohl das schlimmste Jahr in der Geschichte der Popmusik der letzten zwei Jahrzehnte werden würde." 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen