Sonntag, 5. Juli 2015

Don Winslow - China Girl

"Wieso hatte er bloß aufgemacht."

Verlag: Suhrkamp - 441 Seiten - ISBN: 3518465813 - Veröffentlichung 1992 - Originaltitel: The Trail to Buddha's Mirror - 2. Teil der "Neal-Carey-Reihe"

Klappentext

Li Lan ist schön, intelligent und verführerisch - kein Wunder, dass Männer ihretwegen alles aufs Spiel setzen. Auch Chemiegenie Robert Pendleton. Doch zu viele Leute haben zu viel Geld in dessen Forschung investiert, um ihn mit einer chinesischen Schönheit durchbrennen zu lassen. Neal Carey soll Pendleton an seinen Arbeitsplatz zurückverfrachten. Nichts leichter, als einen liebestollen Chemiker unter Kontrolle zu kriegen, denkt er. Bis die CIA und der chinesische Geheimdienst auf den Plan treten und der erste Schuss fällt.

Meine Meinung

Der letzte Roman im offiziellen "Was-soll-ich-lesen-Don-Winslow-Monat" ist der zweite Teil um den Privatdetektiv Neal Carey, der in diesem Jahr vom Suhrkamp Verlag neu aufgelegt wurde. 
Nachdem ich am Cover von "London Undercover" rein gar nichts auszusetzen hatte, sieht es hier schon anders aus.
In der Bahn kam ich mir immer vor, als würden die Leute das Buch anstarren und etwas denken wie "was liest der denn da für einen Quatsch" oder, dass ich irgendeine Art Groschenroman für Männer lesen. Und der miese Name tut seinen Teil ebenfalls dazu. "The Trail to Buddha's Mirror", das klingt doch cool, warum kriegt man da nichts besseres hin als "China Girl". Wie dem auch sei, das Buch war zwar kein Groschenroman, aber Quatsch war es schon.
Ich glaube, das Buch ist der langweiligste Roman von Don Winslow, den ich bisher gelesen habe. Und ich habe schon einige gelesen, zurecht. Grundsätzlich macht das gar nichts. Beim Basketball sagen wir immer, dass jeder einmal pro Spiel so einen richtig hässlichen, miesen Wurf hat. Das hier scheint seiner zu sein ("Vergeltung" habe ich nicht gelesen..).
Das Buch ist von der Story her kein richtiger Reinfall, das Ende ist auch ganz gut, aber es hatte so viele Längen und ist mit 441 Seiten auch relativ lang, sodass ich es niemals, niemals, niemals spannend fand und es wirklich stellenweise mehr als langweilig war. Es hat sich gezogen wie die erste Staffel von "Bates Motel". Trotz aller Agenten, Spione, Mafiosi, Zwillingen, war die Story vorhersehbar. 
Ich glaube für den dritten Teil hat dieser Teil der Reihe keine Relevanz. Zumindest war der erste irrelevant. Ich werde es euch sagen, dann könnt ihr diesen fürchterlichen Teil überspringen.
Einzig der Teil über die ummauerte Stadt (siehe unten) ist interessant und erschreckend. Der Teil der Reihe ist stinklangweilig. (Stinklangweilig.. wer es gelesen hat, weiß, was ich meine.)
Zum Glück war der erste Teil so gut. Sonst würde ich mir wahrscheinlich wirklich überlegen, die Reihe nicht weiterzulesen. Obwohl. Wahrscheinlich würde ich auch sonst weiterlesen. Weil es Don Winslow ist. Und weil ich noch mehr über Tricks von Detektiven erfahren möchte.

"Die Aufmachung ließ ihn noch unauffällliger wirken, als er sowieso schon war. Mittelgroß, mittelschwer, braunhaarig und braunäugig, hätte er Werbung für die anonymen Anonymiker machen können."

Fazit

Leider ein Griff ins Klo. Wenn das Buch 150 Seiten kürzer wäre, dann wäre es besser. Aber nicht viel. Es fehlt ihm an allen Ecken und Enden. Aber es ist auch schon relativ alt und Don Winslow befand sich am Anfang seiner Karriere als Schriftsteller, deshalb kann ich ihm dieses Buch verzeihen.



Die ummauerte Stadt:
              


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen