Sonntag, 3. Juli 2016

Don Winslow - Palm Desert

"Warum bin ich bloß aus dem Whirlpool gestiegen?"


196 Seiten - Verlag: Suhrkamp - ISBN: 3518465848 - Veröffentlichung: 13. Juni 2016 - Originaltitel: While Drowning in the Dessert - 5. Teil der "Neal-Carey"-Reihe

Klappentext

Zum Abschluss seiner großartigen Neal-Carey-Reihe schickt Don Winslow seinen literaturbegeisterten Privatdetektiv durch die Wüste von Nevada. An seiner Seite ein achtzigjähriger Comedian. Über ihm die sengende Sonne. Vor ihm endlose Leere. Und ihm auf den Fersen ein kurioses Gangsterduo, das Neal und seinen Begleiter den Geiern zum Fraß vorwerfen will.

Meine Meinung

Bisher war es so, dass alle Teile in der Reihe um den Privatdetektiv Neal Carey sich komplett unterschieden haben. So auch der fünfte und letzte Teil der Reihe.
Das fängt schon beim "Umfang" des Buchs an, es ist nämlich nur 196 Seiten "dick". 196 Seiten. Also mehr Kurzgeschichte als Roman.
196 Seiten im kurzweiligen und 1996 schon etwas flapsigeren und auf jeden Fall unterhaltsamen Don Winslow Stil sind mehr wie 90 Seiten eines herkömmlichen Romans. Das Buch liest sich also wie von alleine und das vor allem sehr schnell.
Aber ist es deshalb auch gut?? 
Hinzu kommt, dass "Palm Desert" mehr an eine Actionkomödie erinnert, als ein einen Thriller. Es wirkt so, als wollte sich Don Winslow mal so richtig austoben und völlig neue Wege gehen. Nicht nur wegen der komödienhaften Geschichte; es gibt alles: verschiedene Erzähler, Tagebucheinträge, Briefwechsel, Telefonate. Gegen literarische Experimente habe ich nichts und ich lese auch gerne Bücher, die aus der "Norm" geraten, "Palm Desert" ist aber leider nichts geworden.
Zum einen wirkt der Plot nicht ausgereift, nicht nur wegen der fehlenden Kürze. Es geschieht nichts Unerwartetes. Die Geschichte treibt auch auf den schmalen 198 Seiten nur seicht dahin. Eigentlich sollte man ja davon ausgehen, dass es bei so einem kurzen Buch von Anfang bis Ende rund geht. Abgesehen davon ist die Story fürchterlich unkreativ und wirkt sehr an den Haaren herbeigezogen.
Zum anderen hätte ich mir ein anderes, ein besseres Ende für die Reihe gewünscht. Diese 198 Seiten hätte sich Don Winslow sparen können. Ich will nicht die ganze Zeit auf der "Länge" rumhacken, es gibt sicher auf gute 198 Seiten, ich kann aber nicht anders. Was soll das?? Hat der Verlag seinerzeit darauf bestanden, dass Winslow einen X Seiten Vertrag über beliebig viele Bücher unterzeichnet hat??

Fazit

Diese Darstellung von Las Vegas und die Story bilden einen äußerst unbefriedigenden Abschluss der "Neal-Carey"-Reihe. 



    

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen