Samstag, 21. Januar 2017

Adrian McKinty - Rain Dogs

"Even the fulminating racists on the far side of the police barriers were temporarily awed into silence by their first sight of the Champ as he stepped nimbly - lepidopterously - from the bus on to the pavement in front of Belfast City Hall."

(c) Serpants Tail

Verlag: Serpent's Tail - 345 Seiten - ISBN: 1781254575 - Veröffentlichung: 7. April 2016 - 5. Teil der "Sean-Duffy"- Reihe

Klappentext

Sean Duffy's phone rings in the early hours of a cold morning.
Lily Bigelow, a young journalist, lies dead in the snowy courtyard of Carrickfergus Castle. The castle was locked overnight; the caretaker isn't much of a suspect. It looks a lot like suicide, but a few details aren't quite right, and Duffy is a man for detail.
So he has several impossible problems on his desk: if Lily was murdered, who did it, and how? Most of all, why? As  Duffy pulls on a few little threads, the whole establishment could come undone...

Meine Meinung

Eigentlich sollte es nur eine Trilogie mit Sean Duffy, dem katholischen Bullen in Nordirland, geben. Zum Glück hat sich Adrian McKinty gegen die Trilogie entschieden und bereits mit "Gun Street Girl", dem vierten Teil, bewiesen, dass viele Fortsetzungen nicht zwangsläufig mit einem fallenden Niveau einhergehen müssen.
Nun der fünfte Teil. Endlich. Diesmal für mich auf englisch, weil ich nicht noch länger warten wollte, bis der deutsche Teil im Februar erscheint. 

Eine gute Entscheidung.

Zum einen natürlich, weil ich mir die Wartezeit verkürzen konnte, was am naheliegendsten ist und zum anderen, weil die Sprache und der Stil McKinty's eine wahre Wonne sind. Kurz, prägnant und dennoch vielsagend und dazu dieser (schwarze) Duffy-Humor - perfekt. Auf englisch noch besser?? Schwer zu beantworten, weil ich bisher nur diesen Teil auf englisch gelesen habe und mit den anderen übersetzten Teilen immer sehr zufrieden war. Aber der Slang und die Sprache sind im Original schon sehr unterhaltsam, ich hätte locker zwei Dutzend bemerkenswerte Zitate unterbringen können.
Feststeht, dass ich mir den nächsten Teil auch im Original gönnen werde und das schon recht bald, denn am 5. Januar erschien "Police at the station and the don't look friendly".

 Selbstverständlich ist aber nicht bloß der Stil überragend, sondern auch der Plot. Die Story ist von Anfang bis Ende fesselnd und hat mich nicht losgelassen, ich habe jede freie Minute gelesen. 
McKinty hat es geschafft, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich wieder in Nordirland, was wahrlich nicht am vielen Regen lag, der hier beschrieben wird. (Ich glaube, es hat noch in keinem Buch so viel geregnet. Außer in der Bibel, mit Noah.). 2015 war ich in Nordirland und auch in Belfast und kenne somit ein paar Schauplätze, was das ganze Setting für mich noch ein Stück weit besonderer macht.
Ebenfalls besonders ist, dass Duffy es wieder mit einem "Locked Room" zu tun bekommt. Sehr traumatisch für ihn, wie wir aus den Vorgängern wissen. 

Typisch Duffy: auch dieser Teil wartet mit einem tollen Soundtrack und historischen Ereignissen auf.
So beginnt das Buch mit dem (fiktiven) Besuch und einer Rede von Muhammad Ali in Belfast, bietet aber auch reale Personen wie Jimmy Savile und die durchaus realistische Idee, dass finnische Geschäftsmänner eine Handyfabrik in Belfast bauen möchten und so Arbeitsplätze schaffen im arg gebeutelten Nordirland. Da werden glatt Erinnerungen an DeLorean wach.
Das erste Kapitel ist hierbei besonders unterhaltsam und ein toller Beginn. So, wie hier beschrieben, habe ich mir Ali immer vorgestellt.

Duffy ermittelt also erneut in einem großen Rahmen, auch außerhalb Großbritanniens und was bleibt ist, duffyesk, Resignation. Wie so oft. 


Fazit

Adrian McKinty liefert mit Sean Duffy perfekte Krimikunst. Perfect Match. 
Noch nie haben sich Duffy und sein Umfeld so weiterentwickelt, wie hier. 
Das Buch startet und endet mit der Riot Duty, aber alles, was dazwischen geschieht, verändert alles für Duffy.
LESEN.




Ach ja, ich hatte die Lösung für den Mord sofort. Ein bisschen Prahlen und Klugscheißen muss auch mal drin sein ;-)

Blog von Adrian McKinty

    

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