Samstag, 3. Mai 2014

Wenn die Nacht verstummt  

"Die Hunde würden ein Problem sein. Letzte Woche war er zweimal hier vorbeigefahren, ohne Licht und mit offenem Fenster, beobachtend, lauschend - planend."

Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag - 331 Seiten - ISBN: 3596184525 - Veröffentlichung: 15. Mai 2012 - Originaltitel: Breaking Silence - 3. Teil der Kate-Burkholder-Reihe

Klappentext

Abgeschlachtete Tiere auf der Weide, ein Farmer, der an sein umgekipptes Fuhrwerk gefesselt fast erfriert: In Painters Mill häufen sich die Verbrechen gegen die Amischen. Dann werden auf der Farm der Familie Slabaugh drei Leichen in der Güllegrube gefunden: Vater, Mutter und ein Onkel. Ist auch dies ein Verbrechen aus Hass gegen die Glaubensgemeinschaft? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Polizeichefin Kate Burkholder, die bis zu Ihrem 18. Lebensjahr selbst eine Amische war, kennt die Menschen dort nur zu gut. Mit ihrem Freund John Tomasetti löst sie ihren persönlichsten Fall.


Meine Meinung

Eines vorweg: Das Buch war eine riesige Enttäuschung! 
Nachdem der erste Teil um Chief Kate Burkholder noch mittelprächtig, aber kreativ und mit der Geschichte in der Amischgemeinde viel Potenzial für weitere Teile bereithielt und dieses auch im zweiten Teil realisierte, ist dieser dritte Teil nun ein klarer Rückschritt.

Während ich das Buch las, hatte ich immer das Gefühl, dass Linda Castillo schon einen Plot für den vierten Teil bereithält und "Wenn die Nacht verstummt" lediglich eine Art "Zwischenbuch" ist. Wie so häufig bei Trilogien, wo im zweiten Teil einfach nichts passiert. Klar ereignen sich auch hier wieder schlimme Dinge, vor allem bei den mit Hass begründeten Verbrechen fragt man sich, was in solchen Köpfen vorgeht.. wahrscheinlich nicht viel, aber die Art und Weise, wie Linda Castillo diese Dinge "abhandelt" ist schlicht und ergreifend für mich als Leser nicht befriedigend. Es geschieht so schnell. So lieblos. Dieser Umstand muss ja nicht immer schlecht sein. Ich bin auch kein Freund davon, wenn alles Seite um Seite verschlingend beschrieben wird, aber es wirkt, als sollen die Akteure möglichst schnell von einem Tatort bzw. einer Situation in die nächste gescheucht werden. Ohne dabei jegliche Spannung oder Hektik generieren zu können. Auch auf die von mir in den Vorgängern so gelobte Atmosphäre konnte ich nicht setzen. Sie entsteht einfach nicht. 
Was mich in den ersten Teilen, besonders im ersten, schon nervte, wird hier nun auf die Spitze getrieben, nämlich die Tatsache, dass ständig auf Chief Burkholders Vergangenheit rumgeritten wird. Come on, Linda! Die Geschichte sollte kein Mikrowellengericht sein, die immer und immer wieder aufgewärmt wird! Klar, es ist völlig nachvollziehbar, dass bei Romanen aus einer Reihe hin und wieder auf Ereignisse aus vorherigen Teilen hingewiesen werden muss. Schon alleine für Leser wie mich, mit dem Talent irgendwo in einer Reihe einzusteigen, statt beim ersten Teil. Damit auch wir kapieren, warum jemand wie handelt. Oder wenn der direkte Vorgänger schon ein paar Tage zurückliegt. Okay. Nachvollziehbar. Aber bitte, bitte, bitte nicht gefühlte 57 mal!! Das ist so ermüdend. Was mir noch unfassbar auf die Nerven ging sind Sätze wie "als gute Polizistin müsste ich jetzt so und so handeln. Aber das kann ich nicht. Ich handle jetzt so und so um dieses und jenes zu erreichen." Blablabla. War das in den ersten Teilen auch schon so leeres Geschwafel? Furchtbar!! Und wo sind eigentlich die Verdächtigen bzw. was passiert mit den Festgenommenen?? Egal. Den vermeintlich größten Trumpf des Buches, bekanntermaßen, dass es mehr als einen Handlungsstrang gibt, zerstört leider bereits der Klappentext. 
Hat mir eigentlich irgendetwas an diesem Buch gefallen? Hmm... Also das Buch war kurzweilig. Oder lag das nur daran, dass es viel kürzer war, als die bisherigen Teile der Reihe? Immerhin das Ende ist ganz gut gelungen. Wobei es auch recht vorhersehbar ist. Somit passt es zumindest ganz gut zum Rest des Buches.

Fazit 

Sollte man Bücher aus einer Reihe miteinander vergleichen? Es ist schwer, das nicht zu machen... Aber ich denke, auch wenn ich keine Vergleiche der drei Bücher anstellen würde, hätte das Buch nicht mehr als 2 Eselsohren verdient. Es gibt keinerlei Überraschungsmomente bzw. unvorhersehbare Wendungen.
Linda Castillo schafft es nicht, mich in diesem Fall zu fesseln oder auf falsche Fährten zu locken. Sie spult eine Art "Basisprogramm" herunter. Ich hoffe, dass es sich bei "Wenn die Nacht verstummt" wirklich nur um ein "Zwischenbuch" handelt und werde dem vierten Teil "Tödliche Wut" noch eine Chance geben.



Wem "Wenn die Nacht verstummt" gefällt, der mag auch auf jeden Fall alle bisherigen Teile aus der Kate-Burkholder-Reihe: "Zahlen der Toten" und "Blutige Stille"

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