Donnerstag, 1. Mai 2014

Der Fänger im Roggen 



"Wenn ihr das wirklich hören wollt, dann wollt ihr wahrscheinlich als Erstes wissen, wo ich geboren bin und wie meine miese Kindheit war und was meine Eltern gemacht haben und so, bevor sie mich kriegten, und den ganzen David-Copperfield-Mist, aber eigentlich ist mir gar nicht danach, wenn ihr's genau wissen wollt."


Verlag: rororo - 270 Seiten - ISBN: 349923590 - Veröffentlichung: 1945 - Originaltitel: The Catcher in the Rye 

Meine Meinung

Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich bei dem Buch um ein Buch handelt, das oft in der Schule gelesen wird. Bei mir war das leider nicht der Fall. Leider. Denn ich konnte mich mit den "Leiden des jungen Werthers" herumärgern.
Da wäre mir nach dem ersten, oben genannten, Satz die Geschichte um den jungen Holden Caulfield um einiges lieber gewesen.
Wie kam ich überhaupt auf die Idee dieses Buch zu lesen? Zum einen ist das Buch immer wieder Ziel von Anspielungen in Filmen und Liedern und zum anderen wurde es in der Liste der 25 Bücher, die ein Mann lesen sollte oder so ähnlich in "Ein Mann - ein Buch" aufgelistet. Ja richtig, hierzu gibt es zu einem späteren Zeitpunkt auch noch einiges zu lesen.
Das Buch ist von Anfang bis Ende aus der Sicht von Holden geschrieben. Also auch in seiner Sprache, an die ich mich am Anfang noch gewöhnen musste. Das ständige Gefluche hat mir aber sofort gefallen. Besonders, wenn man bedenkt, dass dieses Buch 1945 veröffentlicht wurde. Das muss ein riesen Skandal gewesen sein. Ich kenne zwar nicht sonderlich viele Bücher aus dieser Zeit, aber ich stelle mir das Amerika der Nachkriegszeit nicht so vor, dass unentwegt geflucht wurde. Und schon gar nicht in Büchern. Nicht umsonst wurde "Der Fänger im Roggen" zum Buch der Heranwachsenden und Rebellen.
Sehr unterhaltsam sind auch die Lügen, die Holden seinen Mitmenschen auftischt. Zwischendurch musste ich mir vor lauter lachen den Bauch halten. 
Auch seine Kritik an der Gesellschaft ist unfassbar komisch. Und er trifft den Nagel auf den Kopf. Und das, wie gesagt 1945! Die Scheinheiligkeit der Gesellschaft und die ganzen Lügen sind nicht sein Ding. Und ja, Lügengeschichten verbreiten umso mehr. 
Diese Dissonanz ist es, die das Buch meiner Meinung nach wohl in so viele Schulen bringt. Holden ist komplett überfordert. Mit allem. Er weiß nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Das führt auf der einen Seite zu sehr unterhaltsamen Situationen, aber auf der anderen Seite eben auch zu sehr traurigen und bedrückenden Momenten, in denen J.D. Sallinger zeigt, dass es nicht einfach ist ein Heranwachsender zu sein. Das äußerst gelungene Ende spiegelt diesen Umstand ebenfalls wieder. Und das bei weitem besser als dieser piefige Werther.

Fazit

Hin und wieder entstehen ein paar Längen, aber sie halten sich im Rahmen, sodass ich ohne weiteres 4 Eselsohren geben kann.
Mir hat das Buch überraschend gut gefallen. Ich habe mit einer langweiligen Geschichte gerechnet, aber was Holden an den 3 Tagen in New York erlebt ist schlichtweg komisch und zum Kopfschütteln.



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