Sonntag, 7. September 2014

Still  

"Sie steigen aus dem Eis wie hungrige Geister, die einen Wirtskörper suchen."

Verlag: Eder & Bach - 414 Seiten - ISBN: 3945386004 - 
Veröffentlichung: 01. September 2014

Klappentext

Ein Mann, der seine Tochter sucht und dabei seine Identität verliert. Ein Mädchen, das seit sechs Jahren reglos aus dem Fenster schaut und darauf wartet, dass ihr jemand den Schlüssel zu ihrer Erinnerung bringt. Vier Männer und eine Mission, die aus Hunger und Disziplin besteht und keine Opfer scheut. Ein Winter in Deutschland, ein See, ein Wald und Schatten, die sich unter dem Eis bewegen.

Meine Meinung

Nach Lesen des Klappentextes, wusste ich kein Stück, was mich erwartet. Ich war eher ein bisschen verwirrt, weil er so nichtssagend ist. Aber das ist in meinen Augen eher etwas positives. Besser, als wenn sofort die halbe Geschichte erzählt wird. Wie ein Kinofilm, bei dessen Trailer die besten Szenen gezeigt werden. 
Wem es also genauso geht wie mir: vergesst den Klappentext und stürzt euch in das Buch. Ihr werdet es verschlingen. Von Anfang bis Ende. Ihr werdet es nicht mehr aus der Hand legen wollen.
Ich habe von Zoran Drvenkar zugegebenermaßen noch nichts gelesen, geschweige denn gehört, aber das wird sich nach diesem Debütthriller des Eder & Bach - Verlags sicher bald ändern.
Das Buch macht wütend. Mein Chef hat mich einmal auf der Arbeit angesprochen und er meinte, dass ich ziemlich schlecht gelaunt gewirkt habe, als er morgens an mir vorbeifuhr. Musste wohl an dem Buch liegen, das ich wenige Minuten zuvor noch in der Bahn gelesen habe..
Wen das Buch nicht wütend macht, der sollte Rat suchen. Bei einem Psychologen vielleicht. 
Die Geschichte wird mittels drei Erzählstränge erzählt und setzt sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen. Die kurzen Kapitel tun ihr übriges dazu, dass die Geschichte schnell und extrem spannend bleibt. Aber niemals kurzweilig. Ich habe mich ununterbrochen gefragt, wie es weitergeht. Besonders am Anfang.
Im Laufe des Buches kam es immer öfter vor, dass ich mich fragte, was in Menschen vorgeht und was in unserer Gesellschaft vorgeht. Was für Abgründe in unseren Mitmenschen lauern. Was für Motive und Rechtfertigungen für die Taten. Ekelhaft.
Zwischendurch hat mich das Buch an die Tribute von Panem erinnert. Nur, dass das Buch in der Gegenwart spielt und in einem privilegierten Deutschland. Nicht irgendwo in der Zukunft, wo man Auge um Auge, Zahn um Zahn um sein Überleben kämpfen muss.Zwischendurch gibt es Momente, in denen ich die kurzen Abschnitte mehrmals lesen musste, weil ich nicht glauben konnte, was da grade geschah. Unglaublich. 
Das Ende ist ein großer Coup. Es ist kurz, aber passend. Und es ist vor allem eins: unvorhersehbar und überraschend. Ich hätte niemals mit einem solchen Ende gerechnet.
Das Buch ist ein Schocker, aber nicht im Sinne eines messerschwingenden Reapers.

Fazit

"Still" wirkt nach. Ich habe es verschlungen und es hat mich komplett gefesselt. 
Meine Freundin kann sich glaube ich nicht daran erinnern, mich in den paar Tagen, in denen ich es gelesen habe, Zuhause ohne das Buch gesehen hat.
Must-Read!! 




Meinen allerbesten Dank an Eder & Bach

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