Mittwoch, 24. Dezember 2014



Off-Topic #027

24. Dezember 2014

Mein erster Aufenthalt in London

Wer behauptet, dass man am Samstag bzw. Sonntag des vierten Adventswochenendes, also drei Tage vor Heiligabend, in London im reinen Menschenchaos untergeht, sobald man an die frische Luft tritt und es nicht machbar ist den Buckingham Palace, Platform 9 3/4 und King's Cross, Paddington Bear, das Emirates Stadium, Leicester Square, Piccadilly Circus, Trafalgar Square, die wahrscheinlich beste Falafel Englands zu essen, ein Premiere League Spiel an der White Hart Lane, eine Bootsfahrt auf der Themse, das Globe Theatre, den Tower of London, die Towerbridge, Westminster Abbey, das London Eye, Winter Wonderland im Hyde Park, Harrods, M&M World, ein 80 minütiges Theaterstück, Big Ben und viel Underground zu sehen.. tja, Idautit. Ladet mich ein und ich zeige euch, wie es geht. Muskelkater von der Lauferei und Reizüberflutung inklusive.



Los ging der wahnwitzige Trip am Freitagabend mit 20 Minuten Verspätung vom Flughafen KölnBonn. Immerhin nur 20 Minuten und kein Streik, war immerhin mit Germanwings.
Ich möchte allen, die das hier lesen wärmstens empfehlen, nicht den Flughafen "London" Stansted anzufliegen. Ich habe zwar gehört, dass Heathrow genau so weit weg ist von der Innenstadt, aber der Check-in und das gesamte "Ambiente", nennen wir es so, erinnern eher an Kriegszustand. Zumindest für uns Westeuropäer. Und die Hunde dort können sogar neben Drogen, Bomben und Waffen auch Menschen aufspüren. Kein Witz. Jedenfalls dauerte die Einreise weit länger als in die USA.
Vom "Flughafen" dauerte es anschließend ca. 45 Minuten bis zur Station "Tottenham Hale" und dann noch mal ein paar Minuten bis "King's Cross", wo unsere Travelodge sich befindet. Gleis 9 3/4 habe ich natürlich besucht, mehr Harry Potter war an diesem Wochenende aber nicht drin.  Die ganze Fahrt hat übrigens ca. 19 Pfund gekostet. Bahn fahren ist wahrscheinlich auch eine der teuersten Sachen, die man in London machen kann. Neben essen, trinken und leben. Kauft euch auf jeden Fall den London-Pass inklusive Bahn fahren, sonst kostet jede Ministrecke locker 4 Pfund. Und mit dem Pass habt ihr Besichtigungen für die ganzen Must-Sees inklusive.


Ob die Tower Bridge Exhibition 8 Pfund, der Tower 21,50 Pfund (!) oder eine selfguided Audiotour durch das Emirates Stadium 18 Pfund (!) mag mal so dahingestellt sein. 
Wie lief nun der Samstag?  Morgens sind wir zum Leicester Square gefahren und haben unsere London-Pässe geholt, anschließend sind wir zum Buckingham Palace gegangen, was bei Sonnenschein und keiner Wolke am Himmel kein Problem war. Im Reiseführer stand übrigens, dass man auf jeden Fall früh am Palace sein sollte, damit man sich einen guten Platz für die Wachablösung sichern kann. Wir waren ungefähr um 11 Uhr dort, wollten die Ablösung eigentlich nicht sehen und hätten locker einen Platz in der ersten Reihe gehabt. Die Ablösung wäre um 11:30 gewesen.. Frühes Aufstehen hätte sich also gelohnt. Nicht.
Anschließend haben wir das Stadion von Arsenal London besichtigt. Mit Audioguide, den wir, seien wir ehrlich, nicht genutzt haben. Das Stadion war trotz seiner Modernität nicht sehr beeindruckend. Lediglich die bequemen Sitze konnten mich überzeugen. Und das beim Diamond Club, wo eine Karte im Jahr wahrscheinlich 50.000 Pfund kostet.
Mehr gelohnt hat sich da schon der Besuch der White Hart Lane und eines Spiels von Tottenham Hotspur. Kleines, altes Stadion und für englische Verhältnisse tolle Stimmung und lustige, melodische Lieder der Fans.



Nach dem Spiel, mittlerweile stockfinster, ging es zurück in die Stadt. Unter anderem zu Harrods, diesem riesigen Geschäft, das einst Mohamed Al-Fayed gehörte. Von Außen sah es abgefahren aus, komplett mit Lichterketten geschmückt. Wie in einem Hollywoodfilm. Innen war es nicht so toll. Nicht, weil es voll war, damit war ja zu rechnen, aber es war komplett unübersichtlich. Ich glaube in ganz London hatte man mehr Überblick und wusste, wo man sich befand, als bei Harrods. Lagepläne oder ähnliches suchten wir lange vergeblich, sodass wir uns nach 20 Minuten an die frische Luft retten konnten. Santa Claus haben wir auch nicht sehen können, Children und Eltern only. (Einen betrunkenen Elfen habe ich aber später noch gesehen..)
Der nächste Halt war M&Ms World, der gefühlt vollste Laden von ganz London. Ich habe selten, so viele Menschen auf so wenig Fläche gesehen. Also auch hier wieder raus und Einkäufe auf Sonntag verschoben, weil es da ja wahrscheinlich leerer sein würde (schlechte Idee!!). Überhaupt strömten jetzt Menschen wie die Ratten in die Stadt. Deshalb haben wir uns entschieden ein Musical, oder was halt noch freie Plätze hatte, zu besuchen. Zumal es überall Tickets für 50 % des regulären Preises gab. Der Zufall schickte uns in die Horrorshow "Ghost Stories". Zweite Reihe, ca. 2 Meter von der Bühne entfernt. Eine gute Show und gruselig war es auch. Mehr verrate ich nicht. 
Mit zitternden Gliedern ging es anschließend zum Hyde Park, zu Winter Wonderland. Klingt nach einem großen Weihnachtsmarkt, ähnelt eher einer großen Kirmes. Man brauchte Tickets, sonst war es schwer reinzukommen. Menschen, überall Menschen!!
Also zu Big Ben und zur Tower Bridge, schnell noch ein paar Bilder bei Nacht machen, bevor wir die Besichtigungen und die Schiffstour am Sonntag machen. Guter Plan, denn viel war hier nicht mehr los. Außer, dass viele Polizisten patroullierten.  
Über unser Hotel möchte ich nicht viel sagen. Zum Schlafen hat es gereicht.
Sonntags haben wir dann den Tower of London besichtigt, grundsätzlich etwas, das man sich sparen kann. Es ist zwar interessant, dass Gebäude mal von innen zu sehen, mehr aber auch nicht. Die Besichtigung der Kronjuwelen ist eher wie Schlangestehen, geschoben werden und kurz ein paar goldene Gegenstände anschauen. Aber 21,50 GBP für den Eintritt ohne London-Pass?? No way!!
Das gleiche gilt für die Towerbridge, wobei die Besichtigung viel günstiger war. Die Towerbridge lohnt sich auf jeden Fall mehr als der Tower, schon alleine wegen der Aussicht.
Speakers Corner konnten wir leider nicht sehen, aber das braucht es auch gar nicht um Menschen zu sehen, die aus erhöhten Positionen oder auf dem Boden Reden schwingen, gerne auch mit Mikro oder Megafon oder Straßenkünstler, die verrückte Vorführungen präsentieren.



Fazit

London ist eine coole Stadt, bei der sich wohl auch ein längerer Aufenthalt auf jeden Fall lohnen würde. Der London-Pass ist unerlässlich, genau wie der Besuch von mindestens einem Musical/Theater/Show, von denen es gefühlte 1000 gibt und das auch mit namenhaften Akteuren. Der Besuch eines Fußballspiels ist auch empfehlenswert, vielleicht nicht unbedingt Arsenal oder Chelsea, es sei denn Geld spielt für euch keine Rolle. Zum Nachtleben kann ich nicht viel sagen, weil nach jeweils 15 Stunden laufen und relativ wenig Schlaf anders priorisiert werden musste.
Ich werde die Stadt auf jeden Fall wieder besuchen, schon alleine wegen der ganzen Harry-Potter-Attraktionen und Sehenswürdigkeiten. Vielleicht spielt der FC ja auch irgendwann mal hier. Zu Weihnachten darf man sich ja auch mal was wünschen..
In diesem Sinne frohe Weihnachten!!


Ein bisschen Köln gab es auch in London
(abgesehen von Lukas Podolski)


Die Hohenzollernbrücke wurde bei der Towerbridge Exhibition als eine der berühmtesten Brücken der Welt vorgestellt.

Und was gibt es schöneres als an einem Samstagmorgen diesen jungen Herrn hier zu sehen?

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