Samstag, 12. September 2015

John Katzenbach - Der Psychiater

"So viel hatte Moth begriffen: Sucht und Mord haben einiges gemein."


Verlag: Droemer Knaur - 573 Seiten - ISBN: 3426281104 - Veröffentlichung: 1. April 2015 - Originaltitel: The Dead Student

Klappentext

Timothy Warner, Spitzname "Moth", 24 Jahre alt, studiert Geschichte an der University of Miami - und hat ein massives Alkoholproblem. Seit hundert Tagen ist er nun clean, doch das hat er nur mit Hilfe seines Onkels Ed geschafft, eines prominenten Psychiaters. Als Ed tot in seiner Praxis aufgefunden wird, stürzt Moth ins Bodenlose. Doch eines ist ihm klar: Dies war kein Selbstmord, auch wenn die Polizei noch so sehr davon überzeugt ist. Die Jagd nach dem Mörder gibt Moth neuen Halt im Leben.

Meine Meinung

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie von einen Tag auf den anderen, es muss 2006 oder 2007 gewesen sein, jeder Bücherladen voll war mit Büchern von John Katzenbach.
Einprägsame Titeln wie "Der Patient", "Die Anstalt" oder "Das Opfer" haben sich in mein Gehirn gebrannt. Gelesen habe ich davon nur "Das Opfer", weil mir der Hype um John Katzenbach zu groß war. Diese Flut an Büchern war mir zu viel. Wobei ich gestehen muss, dass "Das Opfer" definitiv ein 5-Eselsohren-Buch ist. Spannend bis zum erschütterndem Schluss. Den Namen Michael O'Connell werde ich wohl nie vergessen. Aber das nur am Rande.


Jetzt also "Der Psychiater". Mir hat das Buch eigentlich ganz gut gefallen. Eigentlich. Was die Story meiner Meinung nach kaputt macht und viel Spannung vorweg nimmt, ist, dass zu früh klar ist, wer hinter dem im Klappentext erwähnten Mord steckt. Und was noch viel ärgerlicher ist: Das "Warum?" ist genauso schnell verraten. Wieso hat der Mörder ihn umgebracht?? Hier nimmt Katzenbach zu früh den Fuß vom Gas, wenn man denn hier schon davon sprechen kann, dass die Story überhaupt schon Fahrt aufgenommen hat. 
Dazukommt, dass das Ende ziemlich blöd ist. Es ist okay, aber ich habe mir, besonders nach dem Ende in "Das Opfer", viel mehr erhofft. Prädikat "Kann man so machen".
Hin und wieder fand ich die Geschichte auch schon zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Hier hätte es vielleicht nicht geschadet beim Leben des Täters und dessen Vergangenheit, ein bisschen mehr ins Detail zu gehen. Das ist viel zu oberflächlich. Und bei 573 Seiten kommt es auf 20 Seiten mehr oder weniger auch nicht mehr an.
Diese ganzen negativen Aspekte sind mir aber erst in den Kopf geschossen, als ich das Buch beendet habe. Und trotz dieser negativen Aspekte, hat es mir Spaß gemacht das Buch zu lesen. Die Zeit beim Lesen vergeht wie im Flug und das Buch hat mich stellenweise wirklich gefesselt. Die Konstellation der Protagonisten, allesamt Menschen, die sich aus einem Selbsthilfekreis für Suchtkranke kennen bzw. die Exfreundin von Timothy, finde ich sehr gelungen. Wenn das lahme Ende doch nicht wäre..

Fazit

Schade!! Da war mehr drin. Aus dem guten Anfang macht John Katzenbach zu wenig!!


Kommentare:

  1. Ich fand es klasse. Allerdings habe ich es auch als Hörbuch gehört was für mich einen großen Unterschied macht.

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    1. Hi :-) Ich glaube auch, dass es einen immensen Unterschied machen kann, wenn eine Person ein Buch vorliest, die eine unfassbare Stimme hat. Das ist nochmal etwas ganz anderes.

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