Samstag, 14. November 2015

Brandon Stanton - Humans of New York


Verlag: Riva - 428 Seiten - ISBN: 3868837752 - Veröffentlichung: 13. Oktober 2015

Klappentext

Der Fotograf Brandon Stanton zeigt uns das wahre Gesicht von New York City: Er fotografiert und interviewt Menschen auf der Straße, vom Geschäftsmann bis zur Schülerin, vom Obdachlosen bis zur Opernsängerin. Und alle erzählen ihm ihre Geschichte, authentisch und ehrlich. Wie etwa der Schüler Vidal aus dem Problemviertel, dessen großes Vorbild seine Schulrektorin ist, weil sie jedem einzelnen Schüler das Gefühl gibt, wichtig zu sein. Diese Geschichte ging um die Welt und löste eine Crowdfunding-Aktion aus, bei der über eine Million Dollar für die Schule gespendet wurde. Ein missverstandener junger Künstler, der an seiner Schüchternheit zu scheitern drohte, erhielt plötzlich den Zuspruch Hunderttausender Menschen und durfte in Galerien ausstellen. Eine Einwanderin erzählte dem Fotografen, dass sie 36-Stunden-Schichten arbeitet und kaum schläft, damit ihre Kinder es einmal besser haben als sie. Und ein junger Vater beschrieb, wie seine Frau kurz nach der Geburt ihres Kindes überraschend im Krankenhaus starb und er es jetzt alleine schaffen muss.

Meine Meinung

Wer schon einmal in New York war, der weiß, dass diese absurd riesige Stadt voll ist mit Menschen aus aller Herren Ländern. Voll mit netten, meist eher nicht so netten, und vor allem verrückten Menschen. Und somit auch gleichzeitig voll mit vielen schier unglaublichen Geschichten. Eigentlich ganz alltäglich, aber dennoch kaum zu glauben.
Diese Geschichten erzählt der Fotograf Brandon Stanton in seinem Blog "Humans of New York", einem absoluten Must Have in jeder guten Lesezeichenleiste eures Browers oder sozialen Medien jeder Art.


Das Buch gehört zweifellos zu meinen größten Schätzen auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Ich glaube die Mitarbeiter des Verlags mussten das Buch jeden Tag eine Reihe tiefer im Regal anordnen, denn spätestens am Verkaufssonntag sah ich Menschen auf Leitern jonglieren.

Was den Bildband so besonders macht?? Vor allem die Vielfalt der Geschichten. Vom Bankräuber über kleine Kinder mit putzigen Klamotten über Menschen, die einen krassen Schicksalsschlag erlitten haben über Menschen, die müde vom Leben sind usw. . Und das in jeder Altersklasse und mit jedem sozialen und kulturellen Background. Manche Bilder / Geschichten hinterlassen eine so starke Wirkung, dass sie mich auch Tage danach noch beschäftigt haben, über andere musste ich so sehr lachen, dass mir die Luft wegblieb. 

Einer meiner Lieblingsdialoge zeigt einen gutgekleideten, älteren Mann, suit up, schicker Mantel und Hut mit Männerhandtasche. Sieht ziemlich italoamerikanisch aus...

"Ich war zehn Jahre lang im Gefängnis, doch das habe ich alles hinter mir gelassen."
"Weshalb waren Sie im Gefängnis?"
"Warum sollte ich Ihnen das erzählen?"
"Es ist Ihre Geschichte."
"...organisiertes Verbrechen - angeblich."

Fazit

"Humans of New York" steckt voller Lebensweisheiten und verschiedenster Denkansätze, skuriller Gestalten und ganz alltäglichen Geschichten. Das alles macht es so zu einem absoluten Must-Read und einem meiner Bücher des Jahres.



Besten Dank an Riva.

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