Sonntag, 29. November 2015

Kevin McAleer - Surferboy

"Der kleine Laden roch nach Surfwachs mit Fruchtaroma, fabrikneuem Gummi und Neopren."

Verlag: mare - 252 Seiten - ISBN: 3866482227 - Veröffentlichung: 10. Februar 2015 - Originaltitel: Surferboy

Klappentext

Steve will Surfer werden - einer jener Halbgötter, die scheinbar auf dem Wasser wandeln und die Wellen bezwingen. Für eine Talratte aus dem San Fernando Valley mit Angst vor dem weiten Meer kein leichtes Unterfangen. Bei seinen Auseinandersetzungen mit rabiaten Locals, geschäftstüchtigen Surfbrett-Designern, liebeshungrigen Sufrgroupies und bekifften Großwellenjägern lernt Steve die komischen ebenso wie die dunklen Seiten des kalifornischen Surftraums kennen...

Meine Meinung

Mit der ersten Szene im kleinen Surfladen hatte mich das Buch schon. Steve und sein Kumpel wollen sich Boards kaufen und haben eigentlich von nichts eine Ahnung, außer, dass sie nicht wie Anfänger, die von nichts eine Ahnung haben, aussehen möchten. Und so nimmt das Elend im Store seinen Lauf.

"Surferboy" ist eine (autobiografische??) Coming-of-Age-Story, die von Anfang an gute Laune macht. Sei es wegen der flapsigen Sprache, der Charaktere oder der unterhaltsamen Situationen, in die sich Steve mit seinem Surfbrett befördert. Wir begleiten Steve vom absoluten Anfänger bis zu einem etwas besseren Anfänger, der lernen muss, dass Selbstkritik eine wichtige Sache ist, dass Freundschaften auch mal enden müssen und manchmal ein Neustart unvermeidbar ist. Erwachsenwerden. Wie ein Kater nach der Erkenntnis, dass das Leben auch noch mehr zu bieten hat, als nur Wellen ("Ich genoss das abwechslungsreiche Prinzip der Jahreszeiten..").
McAleer zeigt uns, was für ein Leben Surfer und solche, die gerne welche sein möchten, führen, und welche Schwierigkeiten einen noch vor der ersten Welle erwarten: ebensolche geschäftstüchtige Händler, Locals und prügelnde Konkurrenten im Line-Up. 

"Nach Hilfe suchend guckte ich gen Himmel und streckte flehend die Arme empor. Die Flugzeugschrift war spurlos verflogen, und über mir erstreckte sich die ungebrochene Weite des blauen Firmaments. Vielleicht sollte ich lieber auf Fallschirmspringen umsatteln, denn der Himmel schien noch relativ frei. Und meines Wissens gab es dort zumindest keine Locals."

Aber alles mit einer großen Prise Humor und hohem Suchtfaktor. Ich für meinen Teil, konnte das Buch nicht aus den Händen legen und hatte es nach 1,5 Tagen durch. Das Buch hat mich auch ein Stück weit zurück in meine Jugend befördert. Alles musste dem Hobby untergeordnet werden und nur der Sport war wichtig, alles andere Nebensache.

""Steve, versteh mich bitte nicht falsch. Wir freuen uns alle, dass du so viel Spaß hast am Strand. Aber musst du wirklich deine gesamte Zeit da verbringen? Wird das denn nie langweilig? Wir wollen nur nicht, dass du zu einem dieser Surfpenner wirst."
Ich konnte mir nichts Erhabeneres vorstellen.
"Keine Sorge, Mom, ich werde auf jeden Fall ein ganz normaler Penner, versprochen.""

Fazit

"Surferboy" ist das perfekte Buch gegen den Herbstblues und Winterdepressionen.
Warum dann nur 4 Eselsohren?? Nur ein Grund: Es ist mir zu kurz!!


Besten Dank an mare. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen