Dienstag, 3. November 2015

Scott Jurek  - Eat & Run

"Mir brannte das Hirn."

Verlag: Südwest - 309 Seiten - ISBN: 3517089702 - Veröffentlichung: 24. März 2014 - Originaltitel: Eat & Run

Klappentext

Seit fast zwei Jahrzehnten ist Scott Jurek treibende Kraft und Liebling der Ultramarathon-Szene. 1999, noch unbekannt, setzte er sich an die Spitze des "Western State Endurance Run", eines 160-Kilometer-Laufs durch die Sierra Nevada. Er gewann das Rennen sieben Jahre in Folge und stellte einen neuen Streckenrekord auf. Außerdem gewann er zweimal den "Badwater Ultramarathon", eine 137-Kilometer-Tortur durch das Death Valley. Zuletzt erlief er bei einem 24-Stunden-Rennen den amerikanischen Rekord von 165,7 Meilen, das entspricht sechseinhalb Marathons an einem Tag!

Meine Meinung

Bevor ich begonnen habe das Buch zu lesen, habe ich mir vorgenommen, endlich einen Punkt auf meiner persönlichen Bucketlist abzuhaken, nämlich das Laufen eines Halbmarathons. Das Buch sollte mir als Begleiter während der Vorbereitung dienen. Leider kam es anders und der Punkt wird erst im nächsten Jahr abgehakt. Das Buch habe ich aber natürlich trotzdem gelesen und es ist unglaublich.
Das Buch ist eine Biographie, gleichzeitig aber auch ein Lifecoach und Motivationstrainer und darüber hinaus auch noch ein veganes Kochbuch.
Scott Jurek berichtet von seiner Kindheit, wie er aufwuchs, von seinem Verhältnis zu seinen Eltern und wie er begann zu laufen.

"Manchmal muss man's einfach tun!"

Er war weder das schnellste, noch das stärkste Kind, dafür hatte er zu hohen Blutdruck und wollte keine Medikamente nehmen. Also experimentierte er. Er lief durch die Wälder und war eine Art Pionier, zumindest in seiner Familie. Er änderte seine Ernährungsgewohnheiten. 
Mir ist besonders wichtig, dass er direkt im Prolog klarstellt, dass er keine "durchsichtigen Parabeln über Glaube und Spiritualität spinnen" möchte, sondern lediglich seine Geschichte erzählen will. Also nicht im Stile von "Hurra, wir können alles schaffen, wenn wir wollen!!"



Die Zutaten für "die beste Guacamole" könnt ihr auf dem Bild sehen, außer ein bisschen Salz. Das Ergebnis sieht zwar nicht so toll aus, wie aus einem Werbespot (zumindest nicht bei mir), schmeckt aber dafür wie in einem Sternerestaurant. Und eure Freunde und Kollegen werden sich über den Knoblauchgeruch am nächsten Tag freuen. Unglaublich lecker!!

Es ist nicht leicht, hier nicht sonderlich auf den Inhalt des Buches einzugehen. Scott Jurek beschreibt das Leben als Ultramarathonläufer sehr eindringlich. Als Leser erhält man einen tollen Eindruck, was für physische und vor allem psychische Qualen die Läufer durchstehen müssen und was für eine unfassbare mentale Stärke hier notwendig ist. Mir war nicht bewusst, dass sich Läufer chirurgisch ihre Zehennägel entfernen lassen. Oder, dass bereits mehrere Läufer während oder nach den Läufen gestorben sind.

Der kulinarische Teil ist sehr gelungen. Es gibt ausschließlich vegane Kost, immer mit einer kleinen Geschichte und nützlichen Tipps.

Das Chili sin Carne wird auch Winter-Chili auf Minnesota Art genannt - heiß wurde mir davon schon mal, also ist es für die kälteren Jahreszeiten immer geeignet. In Minnesota ist es immer kalt, oder?

Zutaten: Olivenöl, Knoblauch, Zwiebeln, Champignons, Paprika, Möhre, Jalapeno, Mais, Kidneybohnen, schwarze und weiße Bohnen, stückige Tomaten, passierte Tomaten, Bulgur, Kreuzkümmel, Chili, Salz, Pfeffer.



Fazit

Scott Jurek hat mit "Eat & Run" ein inspirierendes, vielschichtiges Werk geschaffen. Die dazugehörigen Rezepte sind vielversprechend. Es gibt von mir aber nur 4 Eselsohren, weil sich zwischendurch einiges wiederholt. Jurek reist von Lauf zu Lauf zu Lauf. Das ist natürlich beeindruckend, aber auch ein Stück weit ermüdend.


Besten Dank an Südwest

Scott Jurek Website
Scott Jurek bei Instagram
Ultramarathon - Wie kann man so etwas machen?? Ich finde das unfassbar!!

Zwar kein Ultramarathonläufer, auch abgefahren: Ironcowboy James - 50 Triathlons in 50 Tagen in allen 50 US-Bundesstaaten. Der Instagram-Account ist auch ziemlich unterhaltsam.

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