Sonntag, 3. Januar 2016

Jo Nesbo - Blood on Snow: Der Auftrag

"Der Schnee tanzte wie Baumwollflocken im Schein der Lampe."


Verlag: Ullstein - 187 Seiten - ISBN: 3550080778 - Veröffentlichung: 25. September 2015 - Originaltitel: Blood on Snow - 1. Teil der "Blood on Snow" - Reihe

Klappentext

Olav lebt das einsame Leben eines Killers. Als Killer ist es nicht unbedingt leicht, anderen Menschen nahezukommen. Doch jetzt hat Olav die Frau seiner Träume getroffen. 
Zwei Probleme stellen sich: Sie ist die Frau seines Chefs. Und Olav wurde gerade beauftragt, sie zu töten.

Meine Meinung

Ich habe von Jo Nesbo zugegebenermaßen noch nicht so viel gelesen. Eigentlich nur "Headhunter". Das Buch und die Verfilmung des Werks haben mir sehr gut gefallen und die Verfilmung war wirklich gelungen. "Blood on Snow" wird in Zukunft ebenfalls verfilmt. Die Rechte hat sich niemand Geringeres als Leonardo DiCaprio gesichert.
Außerdem können wir uns noch auf eine Verfilmung von "Der Schneemann" freuen (Ein Teil aus der erfolgreichen Harry Hole - Reihe).
Freuen vor allem, weil Martin Scorsese verantwortlich sein wird und Michael Fassbender die Hauptrolle übernehmen wird.
Jetzt aber erstmal zu "Blood on Snow". Was für ein Klappentext!! Da geht mir doch das Herz auf: ein einsamer Killer und ein ob seiner "Länge" vermutlich rasanter und unterhaltsamer Plot. 
Wo wir gerade beim Thema "Länge" sind; 187 Seiten ist nicht unbedingt lang, eher eine Kurzgeschichte, zudem wird es durch mindestens eine Seite Platz zwischen den Kapiteln noch ein bisschen kürzer. Tut der Geschichte aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Jo Nesbo besinnt sich aufs Wesentliche und erschafft eine kurzweilige, aber dennoch nachdenklich machende Geschichte.
Besonders gut gefallen mir die teils äußerst absurden Situationen, in die Nesbo seine skurrilen Figuren steuert. Entsprechende Dialoge inklusive.
Der einsame Killer Olav ist trotz seiner Arbeit sympathisch und eine andere Art Antiheld. Dennoch sehr tragisch. Er wirkt immer ein bisschen dümmlich, ist dies aber keineswegs. Er ist sogar ziemlich smart. Mindestens so smart, wie die ein oder andere Wendung im Plot.

"Der Däne trat in die Türöffnung. Sein Gesicht war blass. Aber nicht so blass wie das Gesicht, das er an den Haaren in der Hand hielt. [...] und ich signalisierte ihm, dass er den Kopf nach oben werfen sollte. Die Haare ein paarmal um die Hand gewickelt, nahm der Däne Anlauf und schwang den Arm wie beim Bowlen. Der Kopf segelte mit flatternden Haaren nach oben, stieg aber zu steil hoch und stieß an die Decke, klatschte danach auf die Treppe und holperte mit leisen trockenen Klacklauten wieder zu uns zurück, wie wenn man mit einem Löffel gegen ein hartgekochtes Ei schlägt."

Fazit

Ein bisschen kurz, ein bisschen vorhersehbar, aber ansonsten perfekter kurzweiliger Lesespaß - "Blood on Snow" überzeugt mich mit seinen Figuren, die viel Platz für weitere Teile bieten und vor allem mit seinem Tempo. Kein Schnickschnack.

 

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