Mittwoch, 14. September 2016

Wolfgang Herrndorf - Tschick

"Als erstes ist da der Geruch von Blut und Kaffee."

Verlag: Rowohlt - 254 Seiten - ISBN: 3499256355 - Veröffentlichung: März 2012

Klappentext

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz.

Meine Meinung

Effizienz ist eins der großen Worte unserer Zeit. Alles muss schnell und effektiv erledigt werden. Möglichst viel auf einmal und natürlich nur mit Qualitätsmerkmal Goldstandard.
Wer also möglichst effizient lesen möchte, der sollte am besten zu "Tschick" greifen.
Coming of Age, Buddystory, Jugendroman, Roadtrip - "Tschick" vereint viel verschiedenes und packt alles in ein überragendes, stimmiges Gesamtwerk. Mal leichtfüßig, mal trübsinnig, "Tschick" spricht jede Leser- und auch Altersgruppe an und ist deshalb schon ein Klassiker. 

"Das Glück, stellt sich später raus, heißt Valium. Es wird mit großen Spritzen verteilt."

Das Buch lag bereits eine Ewigkeit auf dem mount-everest'schen Haufen der Bücher, die ich irgendwann mal lesen möchte. Als ich dann im Kino den Trailer der Buchverfilmung sah, gingen bei mir sofort die Alarmglocken an: "nicht schon wieder eine Verfilmung und ich habe das Buch noch nicht gelesen und kann mich dann hinterher nicht über die miserable Umsetzung ärgern".
Also habe ich das Buch kurzerhand an einem Tag in meinem Urlaub gelesen. Gut so, ich werde mich definitiv über den Film ärgern, egal, wie gut er wird. 
Eine absurde Episode folgt der nächsten und wir fiebern mit den beiden Protagonisten mit. Lass diesen Trip niemals enden. Was für abgefahrene Sommerferien!!

Fazit

Ein deutscher "Fänger im Roggen".



Autor Wolfgang Herrndorf nahm sich 2013 im Alter von nur 48 Jahren das Leben. 2010 wurde ein bösartiger Hirntumor bei ihm diagnostiziert.
Sein digitales Tagebuch findet ihr hier. Hier findet ihr die veröffentlichte Ausgabe des Blogs.



Wer ist eigentlich Felix Graf von Luckner? Hier ist die Antwort ;-)

Kommentare:

  1. Wahnsinn! Ich habe einige Rezensionen gelesen, aber deine ist wirklich was ganz besonderes. Ich finde die ausgewählten Zitate wunderschön und auch wie du das Thema "Effizienz" darunter legst. Unter dem Aspekt habe ich das Buch noch nicht gelesen...

    Ich durfte bereits den Film vorab schauen und habe einen Beitrag drüber erfasst, in dem ich auch auf das Buch eingehe. Vielleicht hast du ja Lust mal vorbeizuschauen. :)

    Liebe Grüße
    Katharina von
    Großstadtgedanken

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    1. Das freut mich, wenn meine Bewertung mal was anderes ist. Abwechslung muss sein ;-) Danke für deine ausführliche Review und Buchvergleich.

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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