Dienstag, 29. November 2016

Alina Bronsky - Nenn mich einfach Superheld

"Mir war sofort klar, dass man mich reingelegt hatte."

(c) KiWi

Verlag: Kiepenheuer & Witsch - 238 Seiten - ISBN: 3462044621 - Veröffentlichung: 10. September 2013

Klappentext

Marek traut seinen Augen nicht, als er den Gruppenraum im Familienzentrum betritt: ein Stuhlkreis mit fünf versehrten Jugendlichen, geleitet von einem unrasierten Guru mit sanfter Stimme und langem Haar. Ausgerechnet eine Selbsthilfegruppe! Marek will mit der "Krüppeltruppe" nichts zu tun haben - doch schon ist er mittendrin und sein Leben steht Kopf.

Meine Meinung

"Nenn mich einfach Superheld" ist das erste Buch, das ich von Alina Bronsky lese. Bisher habe ich immer nur gehört, was für eine tolle und besondere Schriftstellerin sie sei. 
Und?? Wurde ich enttäuscht?? Ich würde mit einem klaren "nein" antworten. "Nenn mich einfach Superheld" ist ein herrliches Buch für Zwischendurch. 
Die Art, auf die Alina Bronsky die Geschichte über Marek und seine Selbsthilfegruppe aus jugendlichen Behinderten erzählt, gefällt mir sehr gut.

"Marlon stand auf dem Gleis, teilnahmslos wie ein Getränkeautomat."

 Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, was immer wieder zu absurden Situationen führt, besonders in der zweiten Hälfte des Buchs. Politisch korrekt geht es jedenfalls nicht zu.
Nach den ersten Seiten hat mich das Buch ein bisschen an eine Mischung aus "Wunder" und "A long way down" erinnert. Nur sehr oberflächig natürlich.
Was mich ein bisschen irritiert hat, ist, dass der Plot nach der Hälfte der Geschichte mehr oder weniger schlagartig wechselt. Auf einmal sind fast alle Figuren aus der ersten Hälfte verschwunden und bleiben das auch lange und neue Figuren beherrschen Mareks Alltag. Aber im Nachhinein gar kein Problem, macht euch beim Lesen keine Gedanken.
Wie es sich für ein Jugendbuch, und das ist es meiner Meinung nach, wird hier und da ganz subtil der moralische Zeigefinger gehoben. Und nur allzu deutlich lese ich zwischen den Zeilen immer wieder Botschaften wie "es kommt nicht auf das Äußere an". Aber auch das stört kaum.

Das Ende ist ein bisschen verwirrend, aber nach einer kleinen Internetrecherche konnte ich mir sicher sein, dass ich es richtig interpretiert habe. Dieser "Kniff" von Frau Bronsky war gar nicht nötig. Das Buch ist auch ohne dieses Verwirrspiel gelungen.

Fazit

Der unterhaltsame Schreibstil von Alina Bronsky sorgt in Kombination mit ihren Superhelden für ein wahres Lesevergnügen.



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