Donnerstag, 24. November 2016

William Golding - Herr der Fliegen


"Der blondhaarige Junge glitt das letzte Stück Felsen hinab und begann, sich zur Lagune durchzuarbeiten."


(c) Fischer

Verlag: Fischer - 282 Seiten - ISBN: 3596214629 - Veröffentlichung: 1954 - Originaltitel: Lord of the Flies 

Klappentext

Nur eine Gruppe von sechs- bis zwölfjährigen Schuljungen überlebt einen Flugzeugabsturz über dem Pazifik und findet sich auf einer unbewohnten Insel wieder. Den Jungen wird schnell klar, dass sie sich organisieren müssen, um überleben zu können. Doch aus der anfänglich harmlosen Robinsonade auf der paradiesischen Insel wird tödlicher Ernst: Als sie ein vermeintliches Untier entdecken, artet die Schweinejagd aus und gipfelt in Mord.

Meine Meinung

"Herr der Fliegen" stand schon immer auf meiner imaginären Liste mit Literaturklassikern, die ich lesen wollte. Das Buch oder zumindest der Plot sollte jedem bekannt sein. 
Selbst Menschen, die keinerlei Bezug zu Büchern haben, ist das Buch vor Augen geführt worden, als Jake in der Sitcom "Two and a half Man", mit Charlie Sheen in der Hauptrolle, eine Zusammenfassung / Interpretation des Werks schreiben sollte.
Ich finde die Grundidee überragend und zu dem Zeitpunkt, zu dem das Buch erschien, innovativ. Gut, über den Punkt, dass lediglich Jungs auf der Insel abgestürtzt sind und / oder überlebt haben erscheint mir nicht sehr realistisch, aber vielleicht haben die Fluglinien in den 50er Jahren auf Geschlechtertrennung gesetzt. 


" "Endlich mal keine Erwachsenen!" "

Die Idee hinter dem Buch und auch die diversen Interpretationsmöglichkeiten, die das Buch schließlich zu einem Buch gemacht haben, das etliche Schüler lesen mussten, sind aber in meinen Augen schon das Beste an "Herr der Fliegen". Das Buch konnte mich zu keiner Zeit sonderlich fesseln, die Story war allzu vorhersehbar.
Bis auf die letzten 30 Seiten. Hier bleibt mir nur übrig zu sagen "Chapeau, Sir Golding". Mit dieser Brutalität hätte ich weiß Gott nicht gerechnet und schon gar nicht so kurz nach dem Krieg, wo die Menschen bestimmt keine Lust auf noch mehr Martialität in ihrem Leben hatten.

Fazit

Die letzten, überraschend klaren und kompromisslosen, Seiten retten den vor Interpretationsmöglichkeiten nur so triefenden und gesellschaftskritischen Klassiker. 


"Herr der Fliegen" wurde 1963 und 1990 verfilmt. Ich habe keinen der beiden Filme gesehen, besonders gut geratet wurden die Verfilmungen bei IMDb allerdings nicht.
Was ich aber, schon mehrfach, gesehen habe, ist die Simpsons Episode "Das Bus", in der "Herr der Fliegen" als Vorlage diente.

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