Donnerstag, 8. Oktober 2015

Julia Jessen - Alles wird hell


"Ich bin schon fast am Gartenzaun."


Verlag: Kunstmann - 283 Seiten - ISBN: 3956140249 - Veröffentlichung: Februar 2015

Klappentext

"Weiß der Himmel, was wir hier suchen",
hat er letztes Mal gesagt. 
Ich habe gesagt: 
"Du Abstand, ich Nähe."
Mehr sagen wir dann auch eigentlich nicht. 

Meine Meinung

Eigentlich ist Oda's Geschichte kein Roman. Sie ist vielmehr ein Kunstwerk. Alles. Die Sprache. Die Art, ihre Geschichte zu erzählen.
Aus diesem Grund wird das Buch wahrscheinlich Menschen, die eine einfache Lektüre suchen, nicht so sehr ansprechen. 

Ich mochte dieses Buch aber sehr gerne. Es war einfach anders. Aber schön.
Das ganze Leben der Hauptfigur Oda wird auf 228 Seiten erzählt, alles aus ihrer Perspektive. Alle Höhen und alle Tiefen. Völlig ehrlich und ohne Tabus.
Der Titel passt perfekt - Alles wird hell.

"Ich fühle es so sehr, dass ich Angst habe, Großmutter könnte es sehen. Wie ich immer dunkler werde. Meine Großmutter steht im Sonnenlicht. Sie ist ganz hell. Ich stehe auch im Licht, aber ich bin mir sicher, dass ich ganz schwarz geworden bin. Vom Lügen."

"Und jetzt denke ich an das Dunkle. Die kleinen Geheimnisse, die wir haben. Und das Helle. Das, was alle sehen können. Und ich frage mich, ob es Menschen gibt, die immer nur hell oder immer nur dunkel sind. Und ob eine Familie nicht sichtbar sein müsste füreinander."

Ich musste erstmal in die Geschichte reinkommen, aber dann kam ich nicht mehr los. Mal wieder flossen am Ende die Tränen. Aber das ist ja bekanntlich ein gutes Zeichen. Ein Qualitätsmerkmal in gewisser Weise.

Großes Lob an den Kunstmann-Verlag!
Das Buch ist wunderschön gestaltet.

Fazit

1 Eselsohr für die kunstvolle Erzählweise
1 Eselsohr für die Sprache. Ein Buch in der "Originalsprache" zu lesen, ist einfach noch schöner.
1 Eselsohr für die Gestaltung des Buches.
1 Eselsohr, weil mich das Buch sehr berührt hat.
=

Verfasst von: Happydays_of_Milena

Besten Dank an Kunstmann

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