Mittwoch, 21. Oktober 2015

 Black Mass

USA - 2015 - Scott Cooper - Johnny Depp, Joel Edgerton, Benedict Cumberbatch, Kevin Bacon, David Harbour, Peter Sarsgaard, Dakota Johnson, Corey Stoll


Früher habe ich mir hin und wieder auf der Website des FBI die Most Wanted angesehen. Also die Liste, der meisgesuchten Menschen. Zumindest vom FBI meisgesuchten Menschen. Einfach aus Interesse und Neugier, wer sich auf dieser Liste so tummelt und um zu gucken, wieviel die Leute wohl "wert" sind.
Dabei bin ich auch auf den Namen "Whitey" Bulger und seine Winterhill Gang gestoßen. Ich weiß nicht mehr, wie hoch die Belohnung für Tipps war, die zu seiner Ergreifung führen, aber gering war sie definitiv nicht. 
Nun erscheint mit "Black Mass" eine Art Gangster-Drama-Biographie über ihn. Gespielt wird er von Johnny Depp, bei dem ich mir nicht sicher war, ob er a) es schafft einen Gangster zu spielen und b) ich mich nicht langsam an ihm satt gesehen habe, nachdem er in der Vergangenheit nur noch abgedrehte Rollen gespielt hat ("Mortdecai"..) Klar, Edward mit den Scherenhänden, Willy Wonka und Jack Sparrow (zumindest im ersten Teil) waren grandios, aber das ist schon eine Weile her. Meine Skepsis war an dieser Stelle umsonst, denn er spielt Bulger brilliant. Aber Bulger war auch äußerst speziell und ein Psychopath. Die blauen Kontaktlinsen und die schlechten Zähne tragen sicherlich unterschwellig zu einer tollen Darbietung bei.
Der weitere Cast ist auch nicht mit unbekannten Leuten gespickt, Benedict Cumberbatch und Kevin Bacon sind sicher die herausragendsten Namen auf der Liste. 
Das Genre der Gangsterfilme ist eins meiner Favoriten und dass der Film, wie im wahren Leben eben auch, in Boston spielt ist ein klares Plus für mich, da Boston eine meiner absoluten Lieblingsstädte ist.
Das klingt soweit eigentlich alles ganz gut, wäre da nicht die Handlung bzw. der Film an sich. Der Film hat mich arg enttäuscht. Es passiert einfach nichts. Es gibt zu viele Längen. "Black Mass" zeigt, was für ein grausamer Psychopath Bulger war / ist, aber dafür reicht eigentlich ein Blick in seine Akte. Dass er auch ganz anders sein konnte, besonders im Bezug auf seine Familie und auf seinen Sohn, das kommt viel zu kurz. Vielleicht war es auch nicht und es gibt deshalb so wenige Szenen in diesem Umfeld. Darüber kann man nur spekulieren. Aber dass er irgendwann, nach einigen Situationen, in seinem Leben so gebrochen ist und ihm alles noch egaler war als vorher, das klingt mir zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Und dafür braucht man auch keinen zweistündigen Film, sondern eine einstündige Dokumentation.

Ich würde den Film nicht erneut gucken. Dann schaut euch lieber Denzel Washington als Frank Lucas in "American Gangster" an.
2 Klappen gibts für Johnny und Boston.



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